Schwarzarbeit schädigt den Arbeitsmarkt, so viel steht fest. Seit 2003 gehen die Zahlen zurück, aber mit der möglichen Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro im Jahr 2015 könnte die Schwarzarbeit wieder zunehmen. Dieser Ansicht ist der Linzer Arbeitsmarktexperte Friedrich Schneider, der sich mit dem Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen zusammengetan hat.

Unternehmen könnten nämlich versuchen, den geplanten Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde mit illegaler Beschäftigung zu umgehen. Die Schattenwirtschaft könne dadurch um bis zu eine Milliarde Euro zunehmen. Derzeit steht sie bei ungefähr 340 Milliarden Euro.

Auch die Erhöhung der Pflegeversicherung und die Pläne für eine Rente ab 63 könnten den schwarzen Arbeitsmarkt ankurbeln. Durch die höheren Sozialversicherungsbeiträge kommt es zu einer größeren Differenz zwischen Brutto- und Nettoeinkommen. Hier wird erwartet, dass die Schattenwirtschaft um weitere zwei Milliarden reicher wird.

Insgesamt gehen dem Staat und den Sozialversicherungsträgern zwischen 50 und 60 Milliarden Euro jährlich durch die Lappen. Zur Schattenwirtschaft wird jedoch nicht nur die Schwarzarbeit gezählt, sondern auch kriminelle Aktivitäten.

Quelle: FAZ