Studie verrät: So überlebt man eine Atomexplosion – Mit Blick auf all die besorgniserregenden Ereignisse, die dieser Tage die Welt in Unruhe versetzen, sind Forscher der Frage nachgegangen, wo genau man im Falle einer Nuklearexplosion in Innenräumen die größten Überlebenschancen hätte. Die Studie mit dem Titel „Nuclear Explosion Impact on Humans Indoors“ wurde daraufhin in der Fachzeitschrift „Physics of Fluids“ veröffentlicht.

Klar ist natürlich, dass im Umfeld von mehreren Kilometern nichts überlebt und die Strahlung auch aus größerer Ferne noch eine immense Gefahr für Leib und Leben darstellt – nicht zu vergessen der radioaktive Niederschlag, der sich noch Jahre später auswirkt.

Die Untersuchung der Wissenschaftler der Universität Nikosia auf Zypern widmete sich jedoch speziell der bei der Explosion erzeugten Druckwelle. Die Frage war, wie sich diese auf Menschen und die Gebäude auswirkt, in denen sie Schutz suchen.

Die Experten erstellten mithilfe eines Computermodells Räume in einem Betongebäude, die sie dann einer simulierten Atomexplosion aussetzten, wie sie von einer typischen Interkontinentalrakete mit einem 750-Kilotonnen-Sprengkopf erzeugt werden könnte.

Zum Vergleich: Die Sprengkräfte der 1945 von den USA in Japan abgeworfenen zwei Atombomben betrugen 16 und 24 Kilotonnen.

Mit Blick auf die Wahl der Größe ihres fiktiven Sprengkopfes schreiben die Forscher: „Dieses Szenario stellt wegen der Existenz eines solchen Sprengkopfes und der zunehmenden geopolitischen Spannungen ein Katastrophenszenario dar.“

Die Ergebnisse der Simulation zeigen auf, dass man noch lange nicht sicher ist, nur weil man sich in einem stabilen Gebäude befindet. Zwar können Betonbauten durchaus einer Druckwelle standhalten, enge Räume wegen der erzeugten extremen Luftgeschwindigkeiten jedoch zur tödlichen Falle werden.

Diese dringen nämlich durch die verschiedenen Öffnungen ins Gebäude ein und werden dort von den Wänden zurückgeworfen.

„Die Ausbreitung von Stoßwellen interagiert in Innenräumen mit Wänden und wird um Ecken, Türen und Hindernisse herum abgelenkt. Diese Wechselwirkungen können aufgrund von Kanalisierungseffekten zu höheren Drücken führen und damit das Verletzungsrisiko erhöhen“, so die Studienautoren. Dabei können Kräfte auf den Menschen wirken, die dem 18-fachen seines Körpergewichtes entsprechen.

Als gefährlichste Orte in Innenräumen macht die Studie im Falle einer Atomexplosion die Nähe von Fenstern, Korridoren und Türen aus.

Studienautor Ioannis Kokkinakis betont, wie wichtig es sei, sich von diesen Orten fernzuhalten, da seiner Studie zufolge „hohe Luftgeschwindigkeiten nach wie vor eine erhebliche Gefahr darstellen und immer noch zu schweren Verletzungen oder sogar Todesfällen führen können“.

Schutz suchen sollte man stattdessen in einem Raum mit möglichst wenig Öffnungen oder „indem man sich in den Ecken der Wand positioniert, die der Explosion zugewandt sind.“

Da zwischen der Explosion und dem Eintreffen der Druckwelle nur wenige Sekunden liegen, sei es außerdem von entscheidender Bedeutung, schnell zu reagieren und möglichst rasch Schutz zu suchen.

Quelle: spiegel.de