Kaum scheint die Sonne, strömen die Deutschen nach draußen. Vom Sonnenlicht nicht unbedingt verwöhnt, nutzen wir hierzulande jede Gelegenheit, die sich für ein Sonnenbad bietet. Und das, obwohl wir uns des Risikos, an Hautkrebs zu erkranken, mehr als bewusst sind. Doch woran liegt das? Forscher vom Massachusetts General Hospital in Boston wollten genau das wissen, und fanden Erstaunliches heraus.

Als Versuchstiere in dieser Studie mussten Mäuse herhalten. Nachdem man ihnen den Rücken rasiert hatte, wurde eine Gruppe über sechs Wochen regelmäßig UV-Strahlen ausgesetzt. Die Dosis wurde so berechnet, dass sie in der Intensität der Situation entsprach, dass sich ein hellhäutiger Mensch 20 bis 30 Minuten lang der Mittagssonne in Florida aussetzt.

Bereits nach einer Woche wiesen die Mäuse einen erhöhten Beta-Endorphin-Spiegel im Blut auf.  Dieses Hormon gilt als Schmerzkiller im Körper und entfaltet eine ähnliche Wirkung wie die Droge Heroin oder das Medikament Morphin. Dementsprechend zeigten die Nager auch Entzugserscheinungen, als man im nächsten Schritt per Medikament die Endorphin-Ausschüttung blockierte. Neben Symptomen wie Zittern und Zähneklappern mieden die Mäuse in der Folge sogar den Ort, an dem ihnen besagtes Mittel verabreicht worden war.

Eine andere Versuchsgruppe, die genetisch so verändert worden war, dass sie Beta-Endorphine gar nicht erst ausbilden kann, wurde zwar nach der UV-Behandlung nicht wie ihre süchtigen Kumpels schmerzunempfindlicher, zeigte dafür aber auch keine Entzugserscheinungen.

Das Ergebnis lässt sich wie folgt zusammenfassen: UV-Strahlung macht süchtig!
Den evolutionären Zusammenhang, dass wir trotz der Gefahren abhängig von UV-Licht werden können, vermuten die Experten darin, dass Sonnenlicht auch die Bildung von Vitamin D anregt, einem enorm wichtigen Stoff, der vor allem die Knochenbildung begünstigt.

Und somit haben wir wieder eine Alltagsdroge mehr, für die gilt: alles okay, solange wir in Maßen genießen. Mann.tv verkündet dementsprechend das Motto: Sunbathe responsibly!