Egal, ob wegen der guten Vorsätze zum Jahresanfang oder aus religiösen Gründen: Viele Menschen fasten, insbesondere natürlich während der Fastenzeit zwischen dem 14. Februar und dem 29. März. Doch gibt es neben dem spirituellen Wert eigentlich irgendeinen Grund, zu fasten? Profitiert der Körper wirklich davon, wenn man auf Bier, Wein und anderen Alkohol über längere Zeit verzichtet?

In einem „FOCUS“-Interview offenbarte der Sprecher des Arbeitskreises „Qualifizierter Entzug in der Inneren Medizin“ des Berufsverbandes Deutscher Internisten, Georg Poppele: „Auch schon geringe Mengen Alkohol erhöhen das Risiko für Zellschäden an der Leber. Fest steht: je höher der Konsum, umso schädlicher.“ Demnach könne ein temporärer Verzicht keinesfalls schädlich sein, sondern nützliche Auswirkungen haben. Poppele zufolge ist die Leber nämlich ziemlich belastbar und verfügt über Regenerationskräfte:

„Innerhalb von zwei Monaten können sich durch eine absolute Abstinenz auch nachweisbare Schäden an der Leber wie beispielsweise alkoholbedingte Entzündungen oder eine Fettleber zurückbilden.“

Zwei Tage Abstinenz pro Woche

Gute Gründe also für eine Fastenkur. Doch auf diesen einen Fastenmonat sollte auf keinen Fall wieder direkt die nächste Sauftour folgen, wenn ihr gesundheitlich wirklich profitieren möchtet: „Wer sich einen Monat seine Abstinenzfähigkeit beweist und anschließend umso mehr trinkt und den Verzicht nachholt, tut sich keinen Gefallen“, so Poppele. Wenn euch also an langfristigem Erfolg gelegen ist, solltet ihr minimal zwei Tage in der Woche komplett auf Alkohol verzichten.

Das kann auch andere positive Auswirkungen auf euren Körper haben: „Gewichtsverlust ist möglicherweise ein Effekt“, erläutert Michaela Goecke, die Leiterin des BZgA-Referats Suchtprävention. Alkohol ist sehr kalorienreich und führt noch dazu zu Heißhungerattacken. „Viele Menschen schlafen außerdem ohne das abendliche Glas Wein oder Bier tiefer und besser“, zählt Goecke einen weiteren positiven Nutzen auf und weiß: „Sein Verhalten zu ändern, ist grundsätzlich schwer. Wenn man erfolgreich eine Zeit lang verzichtet hat, kann man sich ruhig belohnen.“ Es muss ja nicht zwangsläufig mit Alkohol sein…

Quelle: tag24.de