Einmal mehr kann sich die Wissenschaft nicht entscheiden: Gerade erst hatten wir euch von einer Studie berichtet, nach der Cannabis weit weniger schädlich sein soll als Alkohol, da tönt es aus Richtung des Bundesgesundheitsministeriums in Form einer Studie schon wieder aus einem anderen Horn: Gefährlich ist der Cannabiskonsum, keineswegs eine sanfte Droge ist das Kraut – insbesondere für Jugendliche.

So bergen sowohl der akute als auch der chronische Gebrauch von Cannabis zum Teil erhebliche gesundheitliche Risiken, so das Ergebnis der Studie, die sich mit dem aktuellen Forschungsstand zum Thema Cannabis auseinandersetzt. Dabei wurden mehr als 2100 wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema in englischer und deutscher Sprache aus den letzten zehn Jahren ausgewertet. Diese offenbaren die Risiken: So beeinflusst Cannabis die Gedächtnisleistung, die Aufmerksamkeit sowie die Psychomotorik negativ.

Zudem kann die Droge negative Auswirkungen auf Herz-Kreislaufsystem und Atemfunktionen haben. Auch Mängel im Bildungserfolg stehen in Verbindung mit Cannabis, das zudem abhängig machen kann. Wird bereits im Jugendalter zu der Droge gegriffen oder konsumiert man sie in hoher Frequenz, sind diese Risiken besonders hoch, ebenso wie die Wahrscheinlichkeit, psychotische Störungen zu entwickeln. Außerdem steigert die Droge das Risiko für einen Verkehrsunfall um den Faktor 1,25 bis 2,66 – ein Wert, der noch zunehmen kann, sobald Alkohol ins Spiel kommt.

Die Forscher konstatieren: Im vergangenen Jahr haben in Deutschland ca. 6 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 64 Jahren Cannabis konsumiert. Der Anteil von Personen, die auf dieser Altersgruppe entfallen, die eine psychische Störung durch Cannabis entwickelt haben, beträgt 1 Prozent. Cannabis entwickelt sich beständig weiter, immer potentere Züchtungen mit höherem Wirkstoffgehalt haben Auswirkungen, die die Wissenschaftler noch nicht abschätzen können. Zudem gibt es synthetische Cannabinoide, die bereits nachweislich für Todesfälle gesorgt haben.

Marlene Mortler (CSU), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, monierte, dass die Folgen des Cannabis-Konsums zu Rauschzwecken in der öffentlichen Debatte oft verharmlost würden. Daher sei eine bessere medizinische Versorgung von Cannabis-Abhängigen sowie Aufklärung wichtig.

Quelle: faz.net