Eigentlich heißt es doch, dass Betrügen und Tricksen Nachteile nach sich ziehen, zumindest wenn es nach dem vorherrschenden Ethikverständnis geht. Aber ein Forscherteam beweist scheinbar das Gegenteil, denn kleinere Schummeleien sollen für Glücksgefühle sorgen.

Diese Schlussfolgerung ziehen die Wissenschaftler aus einem Experiment, bei dem das schlechte Verhalten keinen negativen Einfluss auf andere hatte und das Risiko entdeckt zu werden relativ klein war. Denn es ging beispielsweise um die Bearbeitung von Mathematikaufgaben, bei der die Probanden für jede richtig gelöste Aufgabe einen Dollar bekamen. Bei einem Durchlauf erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit, die richtigen Antworten zu sehen und ihr Rechenergebnis entsprechend zu verbessern, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Vor dem Experiment wurden die Teilnehmer selbst gefragt, wie sie glaubten, sich beim Betrügen zu fühlen. Der Großteil gab dabei an, dass sie sich schlecht fühlen würden. Tatsächlich geschah aber genau das Gegenteil, denn die Laune der Schummler stieg an, anstatt sich zu verschlechtern. Sie kamen sich wie Gewinner vor, wodurch ihr Selbstbewusstsein gestärkt wurde und sie sich insgesamt zufriedener fühlten. Die ehrlichen Tester hingegen zweifelten an sich, da sie sich wie Verlierer fühlten und sich über ihre schlechten Ergebnisse und das damit verlorene Geld ärgerten.

Laut den Forschern löse der Erfolg beim Betrügen eine „Cheater's High“ aus, also einen Glückszustand. In der Berufswelt soll dadurch erklärt werden, warum viele Menschen beispielsweise zum 'Verschönern' von Bewerbungsunterlagen neigen.