„Rauchen kann tödlich sein“, „Rauchen lässt ihre Haut altern“, „Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu“. Diese und all die anderen bekannten Warnhinweise auf Zigarettenpackungen hat wohl jeder verinnerlicht. Doch wie es scheint, umfasst der von der EU verordnete Katalog nicht alle Gefahren des Rauchens. Denn wie eine Studie jüngst ergab, fehlt folgender Hinweis: „Rauchen führt zu Zahnausfall“

Anhand der über einen Zeitraum von zwölf Jahren gesammelten Daten von 23.000 Teilnehmern konnten Forscher nachweisen, dass Tabakkonsumenten im Vergleich zu Nichtrauchern ein 3,6-fach höheres Risiko haben, ihre Zähne früher zu verlieren. Das macht im Alter einen Unterschied von bis zu zehn Zähnen aus, die man hat, oder eben auch nicht.

In nackten Zahlen: In der Altersklasse der 60–70-jährigen Männer hatten Nichtraucher durchschnittlich noch 19,1 Zähne. Starke Raucher (bis zu 15 Zigaretten am Tag) dagegen bloß 9,8. Bei den Frauen die auf Glimmstängel verzichten waren es im Schnitt 16,2 natürliche Zähne, bei Raucherinnen hingegen 11,9.

Thomas Dietrich, Mitautor der Studie und Professor für orale Chirurgie an der Universität von Birmingham, benennt Parodontitis als Hauptgrund für den Zahnausfall. Dabei wachsen Bakterien im Mund, welche das Zahnfleisch angreifen und zurückbilden, wodurch der somit freigelegte Zahnhals angreifbar wird. Da Tabakrauch nun jene Bakterien schneller gedeihen lässt, ist der Zusammenhang nicht von der Hand zu weisen.

Doch offensichtlich ist es nie zu spät, um mit dem Rauchen aufzuhören. Das Zahnausfallrisiko sinkt laut der Studie bereits nach ein bis zwei Jahren der Tabak-Abstinenz deutlich. Bis es sich aber wieder auf das Niveau eines Nichtrauchers eingependelt hat, können zehn Jahre vergehen.