Wenn in Deutschland das Wort 'Führer' fällt, zucken alle sofort zusammen. Absolut verständlich. Wie allerdings nun eine Umfrage in Österreich ergeben hat, wünscht sich ein Drittel aller Österreicher einen „starken Führer“. Die Umfrage wurde von Zukunftsfonds der Republik Österreich durchgeführt. Fast 30 Prozent der Befragten stimmten der Aussage „Man sollte einen starken Führer haben, der sich nicht um Wahlen oder Parlamente kümmern muss“ zu.

Der Historiker Oliver Rathkolb vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien hat allerdings möglicherweise einen Grund für die „Führer-Sehnsucht“ der Österreicher parat: eine „sozio-ökonomisch verursachte Apathie“. Diese Apathie, und auch Perspektivlosigkeit in der demokratischen Kultur, bildet die Hintertür für die Rückkehr von „autoritär-antidemokratischen Einstellungen“.

Bei der Studie wurde auch das Geschichtsbewusstsein zur Nazi-Diktatur vor und während des Zweiten Weltkriegs abgefragt. Ganze 56 Prozent der befragten Österreicher sind der Meinung, dass Diskussionen über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust endlich beendet werden sollten. Dafür antworteten immerhin 30 Prozent auf die Frage „Was hat der Nationalsozialismus gebracht?“ mit der Antwort „nur Schlechtes“. 2005 waren es sogar nur 20 Prozent.

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Quelle: Zeit