Früher glaubte man, die Erde sei eine Scheibe. Das ist mittlerweile widerlegt. Ebenso wie die Behauptungen, Onanieren oder die Geschwindigkeit einer Eisenbahn würden zu Blindheit führen. Tja, bis vor kurzem dachte man auch, dass Unterhaltungselektronik entspannend wirkt.

Spaßverderber des Tages sind diesmal die Kommunikationswissenschaftler der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der freien Universität Amsterdam. Diese baten 471 Probanden ihren vergangenen Tag zu rekapitulieren und zu berichten, wie sie sich nach der Arbeit gefühlt haben, und welche Medien sie zur vermeintlichen Entspannung genutzt haben.

Interessanterweise berichteten dabei gerade besonders erschöpfte Teilnehmer davon, während der Nutzung von Unterhaltungsmedien so etwas wie Schuldgefühle zu empfinden, da man seine Zeit unnütz verschwende, anstatt sich wichtigeren Aufgaben zu widmen. Klar, dass unter dieser Prämisse der Erholungseffekt deutlich geschmälert wird. Wer dagegen am Tag kaum etwas geleistet hatte, dem fiel es auch nicht schwer, am Abend die Seele vor dem Bildschirm baumeln zu lassen.

„In Zeiten von Smartphones und mobilem Internet scheint die ständige Verfügbarkeit von Kommunikations- und Medieninhalten häufig eher eine Bürde als eine Erholungsressource darzustellen“, fassen die Wissenschaftler zusammen.

Jetzt könnte man aus den Ergebnissen auch schließen, dass Menschen, die weniger arbeiten, mehr Spaß am Leben haben, aber wir wollen hier natürlich kein falsches Zeichen setzen.