Ihr habt an alles gedacht: Der Preis stimmt, die Gegend ist ideal für die Kinder, der Straßenlärm weit entfernt und auch die Größe passt. Hier kann man alt werden, denkt man sich, lächelt seiner Frau liebevoll zu und nimmt sie in den Arm, um gleich darauf die neue Wohnung einzuweihen. In dem Moment klingelt es an der Tür und ihr macht den Fehler zu öffnen: „Guten Tag, ich bin die Barbara Schöneberger, eure neue Nachbarin – und ich werde jetzt jeden Tag klingeln, wenn meine dämliche Werbung im Fernsehen läuft. Juhuu!“

Glücklicherweise ein fiktives Szenario, dient diese Einleitung dazu, euch für den Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und Nachbarschaft zu sensibilisieren. Diesen haben amerikanische Wissenschaftler jetzt nämlich nachgewiesen. Und das Ergebnis: Je besser sich jemand unter seinen Nachbarn aufgehoben fühlt, desto geringer ist sein Risiko, einen Infarkt zu erleiden!

Ausgewertet wurde dabei die gesundheitliche Entwicklung von 5276 Menschen über einen Zeitraum von vier Jahren. Die Teilnehmer waren alle über 70 Jahre alt, sodass man sich darauf verlassen konnte, dass während der Studie auch etwas passiert. Und immerhin erlitten 148 Probanden einen Herzinfarkt. Selbst unter Berücksichtigung weiterer klassischer Faktoren wie Gewicht, Rauchverhalten, Alkoholkonsum, Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck, war der Einfluss der Zufriedenheit in der Nachbarschaft deutlich sichtbar, so dass die Forscher nicht umhin kamen, ihr Ergebnis unter dieser Prämisse im British Medical Journal zu veröffentlichen.

Nun, dann heißt es in Zukunft wohl Auge um Auge, entweder der Nachbar oder ich. Bevor ihr nun aber mit einem Samuraischwert in der Hand unten klingelt, bedenkt, dass sich die Harmonie des Miteinanders in Konfliktsituationen auch durch ein klärendes Gespräch wieder herstellen lässt. Einen Mund haben wir schließlich alle, ein Samuraischwert glücklicherweise nicht!