Wir haben es schon einmal gesagt, und wir sagen es gerne nochmal: Haarausfall ist nichts, dessen man sich schämen muss! Und doch leiden viele Männer unter der naturgegebenen Rodung ihres Kopfwaldes und nehmen in der Folge sogar den Gang zu Apotheke auf sich, um den Wuchs ihrer Mähne neuen Schub zu verliehen. Denn dort findet sich nämlich eines der ganz wenigen erfolgversprechenden Produkte in Form des Mittels Finasterid, welches unter dem Produktnamen „Propecia“ vermarktet wird. Doch Vorsicht! Denn laut einer aktuellen Studie könntet ihr bei der Benutzung der Arznei mehr verlieren als gewinnen!

Denn wozu wollen Männer volles Haar? Um attraktiv zu sein! Und wozu wollen Männer attraktiv sein? Um Frauen flachzulegen! Dumm nur, dass Finasterid in den Stoffwechsel der männlichen Sexualhormone eingreift und als Nebenwirkung über Jahre hinweg impotent machen kann. Da beißt sich die Katze wortwörtlich in den Schwanz! Dass bei Benutzung des Mittels sexuelle Unlust auftreten kann, war bereits bekannt, doch von einer handfesten Potenzschwäche war bis dato nicht die Rede.

Nicht einmal Viagra hilft

Von den an der Studie teilnehmenden über 11.900 Männern im Alter von 16 bis 89 Jahren erlitten 167 eine dauerhafte erektile Dysfunktion, die ihnen auch mehr als 3,5 Jahre nach Absetzen der Arznei noch zu schaffen machte. Ein geringer, dennoch durchaus erwähnenswerter Prozentsatz, angesichts des erhöhten Risikos für eine Potenzschwäche. Tatsächlich ist dieses bei Einnahme von Finasterid und des ebenfalls getesteten Dutasterid – welches den gleichen Wirkmechanismus hat, jedoch vorrangig bei Männern zum Einsatz kommt, die unter einem abnormen Wachstum der Prostata leiden – wesentlich höher als bei Diabetes, Bluthochdruck oder sogar Rauchen!

Entscheidend sei laut den Wissenschaftlern dabei die Dauer der medikamentösen Therapie. Denn bei jungen Männern unter 42 Jahren, die ein Mittel länger als sieben Monate einnahmen, stieg das Risiko einer dauerhaften Potenzschwäche auf das 4,9-Fache im Vergleich zu kürzeren Behandlungszeiten.

Ein fieser Zwiespalt, also. Wenn ihr wollt, dass das eine wächst, kommt das andere zu kurz. Natürlich ist nicht gesagt, dass jeder Finasterid oder Dutasterid-Patient impotent wird. Doch die Tatsache, dass bei den Betroffenen nicht mal Viagra Abhilfe zu schaffen vermochte, gibt einem dann doch sehr zu denken.

Quelle: welt.de