Es ist kein Geheimnis, dass Frauen und Männer in Sachen Arbeit bis heute nicht gleichgestellt sind. Ein Umstand mit Tradition, der immer wieder Anlass zu Debatten gibt, die sich zumeist um das Thema Gehalt und/oder Aufstiegschancen drehen. Wie eine aktuelle Studie nun gezeigt hat, macht ein weiterer Aspekt den Hattrick der Ungleichheit komplett: Männer haben mehr Freizeit als Frauen!

Laut den Ergebnissen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung bringen Frauen zwischen 18 und 64 Jahren für unentlohnte Hausarbeiten 1,6 Mal mehr Zeit auf als Männer. Für die Pflege von Angehörigen sogar 2,4 Mal so viel. Rechnet man bezahlte und unbezahlte Arbeitszeit zusammen, sind Frauen im Schnitt täglich 7 Stunden und 44 Minuten tätig. Männer vier Minuten weniger. Ein geringer Unterschied zwar, in statistischer Hinsicht jedoch signifikant.

Eine deutlichere Sprache sprechen diesbezügliche Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 2015, denen zufolge Männer mit 44,5 Wochenstunden durchschnittlich eine Stunde weniger arbeiten als Frauen. Auch hier fällt unter "Arbeit" nicht bloß der Job, sondern auch ehrenamtliches Engagement, Hausarbeit sowie die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen. Unterm Strich verbringen Männer weit mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Büro oder in der Fabrik, während Frauen zwei Drittel ihrer Arbeit unentgeltlich leisten.

Die gleiche Untersuchung fand bereits zehn Jahre zuvor statt und auch damals bezifferten die Statistiker die Arbeitszeit auf Seiten der Frauen mit einer Stunde mehr. Allerdings hat sich die Aufteilung zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit bei den Damen mittlerweile zugunsten der Erwerbstätigkeit verschoben, während das Verhältnis bei den Männern weitgehend das gleiche blieb. Beiden Geschlechtern ist allerdings gemein, dass die Arbeitszeit über die Jahre hinweg um fast eine Wochenstunde gesunken ist.

Quelle: badische-zeitung.de