Die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis wird in Deutschland mit unverminderter Härte geführt. Unterdessen ist man in den USA diesbezüglich schon weiter – viele Staaten erproben die Legalisierung des Rauschmittels, oftmals für medizinische Zwecke. Zwei aktuelle Studien offenbaren nun, dass mit dieser Legalisierung ein bis dato unterschätzter gesellschaftlicher Nebeneffekt einhergeht.

Denn in den Staaten mit Legalisierung sind nicht nur die Zahlen der Mord- und Gewalttaten zurückgegangen. Auch die Anzahl der Verkehrstoten ist in diesen Staaten gesunden und Wissenschaftler sehen hier einen Zusammenhang. Zudem führt die Legalisierung den beiden Studien aus dem Magazin „Jama Internal Medicine“ zufolge zu einer nachlassenden Verabreichung von opioid-basierten Schmerzmitteln.

Solche morphinartigen Medikamente werden insbesondere für Schmerzpatienten verwendet – sie sind in Deutschland nach Verschreibung legal, im Gegensatz zu Cannabis. Die Studien weisen nach, dass die Anzahl der verschriebenen Opioide mit der zunehmenden Legalisierung von Cannabis nach und nach immer mehr abnimmt. Um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, werteten die Wissenschaftler Daten im Verlauf von fünf Jahren aus.

Opioide sind umstritten, da sie abhängig machen können. Insgesamt weisen sie höhere Risiken auf als Cannabis. W. David Bradfort, der an der Studie mitwirkte und an der Universität von Geordia arbeitet, gegenüber „Scientific American“: „In einer Zeit, in der wir uns Sorgen über Missbrauch und die damit verbundene Sterblichkeitsrate machen, müssen wir wachsam sein und Belege nutzen, um unsere Richtlinien neu zu denken.“

Er konstatierte, wer interessiert sei, „Menschen Möglichkeiten zur Schmerzbewältigung zu bieten, die nicht die entsprechenden Risiken aufweisen, wie es bei Opiaten der Fall ist, sollte[n] darüber nachdenken, Cannabis als Medikament zu verschreiben.“ Bereits eine Studie von 2014 konnte nachweisen, dass mit der Legalisierung von Cannabis die Zahl der opioid-basierten Todesfälle um ein Viertel (25 Prozent) gesunken sei.

Ein Freifahrtschein zum unbegrenzten Cannabis-Konsum sei ihre Studie aber nicht, betonten die Forscher. So wirke sich medizinisches Marihuana etwa negativ auf die Konzentrationsfähigkeit des Menschen aus und etwaige Nebenwirkungen müssten noch gründlicher erforscht werden. Doch für solche Untersuchungen fehlte es momentan an den Mitteln.

Quelle: businessinsider.de