Etliche Berufstätige in Deutschland langweilen sich im Job – dies zumindest denken ihre Vorgesetzten, wie aus einer aktuellen Umfrage des Instituts „Market Probe“ mit 500 Führungskräften hervorgeht. Ganze 56 Prozent der Manager sind laut einer aktuellen Untersuchung überzeugt, dass sich die Beschäftigten in ihren Unternehmen bis zu acht Stunden in der Woche langweilen würden. Gerade mal 40 Prozent der Manager meinen hingegen, dass ihre Mitarbeiter nie im Leerlauf sind.

Dass es zu wenig zu tun geben sollte, und die Langeweile daher rührt, glauben dabei nur die wenigsten, gerade mal 17 Prozent der Führungskräfte. Nur jeder Fünfte von ihnen (19 Prozent) gibt sich selbst die Schuld an der Misere. Stattdessen sollen zu viele oder zu schlechte Meetings sowie Unterforderung die Schuld tragen, das denkt zumindest knapp ein Drittel der befragten Manager (30 Prozent).

„Dass über die Hälfte der befragten Manager Langeweile in den Reihen ihrer Angestellten vermutet, hat uns überrascht. Zumal einige der angeführten Ursachen mit vergleichsweise wenig Aufwand behoben werden könnten. Routinearbeiten etwa könnten im Team regelmäßig neu verteilt oder mit externer Unterstützung abgearbeitet werden. Neue Herausforderungen können Manager schaffen, in dem sie Mitarbeitern sukzessive mehr Verantwortung übertragen und sie ermutigen, selbst Lösungen zu finden“, erklärt Thomas Hoffmann, Director North beim Personalvermittlungsunternehmen Robert Half – das die Studie in Auftrag gegeben hatte.

Mitarbeiter sind gefragt

Hoffmann rät, auch als Arbeitnehmer darüber nachzudenken, was man an der Situation ändern kann. Man sollte sich fragen, warum man sich genau langweilt und was geändert werden müsste, um eine spürbare Verbesserung herbeizuführen. Danach sollte man das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen und möglichst konkrete Wünsche nach Veränderungen äußern. Finden sich keine Lösungen, sollte man über einen Jobwechsel nachdenken und diesen als vollwertige Lösung des Problems im Hinterkopf behalten.
„Dauerhafte Langeweile kann genauso schädlich sein wie dauerhafter Stress. Mitarbeiter, die sich langweilen, empfinden Druck, den sie sich selbst auferlegen. Außerdem stellen sich Resignation und Lethargie ein, wenn Anerkennung und Wertschätzung ausbleiben. Im schlimmsten Fall sind das Bore-out-Syndrom und Depressionen die Folge“, so Hoffmann. Mit einer professionellen Jobberatung und entsprechender Vermittlung könne das Gefühl, etwas Sinnvolles/Sinnstiftendes zu leisten, wiederhergestellt werden.

Quelle: www.t-online.de