Man sagt Trägern von Krawatten ja so einiges nach. Dass an der Tatsache, dass man sich dabei das Gehirn abschnürt, aber tatsächlich etwas dran ist, hat uns dann doch überrascht. Kein Quatsch: Forscher vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein konnten im Zuge einer Studie nachweisen, dass das Tragen von Krawatten negative Folgen für unseren Denkapparat hat.

Ein Schlips mag ein unverzichtbares Accessoire auf der Seriositätsskala darstellen, aber seien wir doch mal ehrlich: Für die Meisten ist so ein Teil doch eher eine lästige Pflicht, auf die man gut und gerne verzichten könnte. Und das solltet ihr besser auch, denn abgesehen davon, dass eine Krawatte meist eine unbequeme Angelegenheit ist, geht damit auch ein Verlust der Kreativität einher.

Aber von vorne: Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein rekrutierten Studienforscher Robin Lüddecke und seine Kollegen 30 Männer für eine Studie, und baten die Hälfte davon, einen Schlips zu tragen. In der darauffolgenden Untersuchung der Gehirne der Teilnehmer stellten die Wissenschaftler fest, dass die Krawatten jene Venen quetschten, durch die Blut eigentlich ungehindert zum Gehirn fließen sollte und dass dadurch 7,5 Prozent weniger Lebenssaft ankommt.

Dieser Prozentsatz mag im ersten Moment gering erscheinen, reicht jedoch laut den Experten aus, um einen fatalen Unterschied für Menschen mit hohem Blutdruck zu machen. „Die Untersuchung führte zu einer statistisch signifikanten Abnahme des zerebralen Blutflusses (CBF) nach dem Festziehen der Krawatte, während der venöse Fluss keine signifikanten Veränderungen zeigte", heißt es in der im Fachmagazin 'Neuroradiology' veröffentlichten Studie. „Es scheint, dass das Tragen einer Krawatte zu einer Verringerung der CBF führt.“

Mit anderen Worten: Beim Tragen einer Krawatte wird die Halsvene zusammengedrückt, was den Blutfluss hemmt. Dadurch wird womöglich die Arbeitsleistung unseres Gehirnes verringert und die Denkfähigkeit und Kreativität des Menschen eingeschränkt.

Nicht das einzige Risiko

Und dies ist nicht die erste Studie, die vor möglichen Gefahren warnt, die mit dem Tragen einer Krawatte einhergehen. Bereits 2003 wurden im „Journal of Ophthalmology“ Untersuchungsergebnisse veröffentlich, die zeigten, dass eine zu enge Krawatte das Erblindungsrisiko erhöhen kann.

Dazu wurde vor und nach dem Tragen einer Krawatte die Flüssigkeit im Augapfel von Männern gemessen. Und siehe da: Der Schlips erhöht den Augeninnendruck bzw. den Flüssigkeitsdruck im Inneren des Auges, der mit einem Glaukom einhergeht, eine der Hauptursachen für irreversible Blindheit. Ein Problem, dass die Experten mit dem Einschnüren der Hauptblutgefäße, die das Blut vom Kopf zum Herzen zurückführen (Vena jugularis), in Verbindung bringen.

„Wenn der Patient im täglichen Leben konsequent eine enge Krawatte tragen würde, könnte dies zu einem anhaltenden Anstieg des Augeninnendrucks und somit zur Entwicklung einer glaukomatösen Optikusneuropathie führen.“

Quelle: fitforfun.de