Umgangssprachlich spricht man gerne vom Napoleon-Komplex, wenn kleinere Männer eine dicke Lippe riskieren und sich generell wie Tyrannen aufführen. Jetzt bekommt das Ganze eine wissenschaftliche Grundlage: Denn Forscher aus den USA haben herausgefunden, dass Männer, die sich durch geringe Körpergröße weniger maskulin fühlen, eine höhere Neigung zu Gewalttätigkeit und kriminellem Handeln mitbringen.

Die Forscher des „Center for Disease Control“ aus Atlanta, Georgia, befragten in ihrer von der US-Regierung in Auftrag gegebenen Studie 600 Männer zwischen 18 und 50 Jahren nach deren Wahrnehmung ihres Selbstbildes, der männlichen Geschlechterrolle und ihrem Verhalten. Dabei zeigte sich, dass die Männer, die sich als weniger maskulin erachten, eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit zu aggressiven und gewalttätigen Übergriffen mitbrachten.

Der Grund: „Männlicher Diskrepanz-Stress“

Darunter versteht man den aus dem Gegensatz zwischen gesellschaftlichen Vorstellungen von Männlichkeit und der Lebenswirklichkeit kleiner Männer hervorgehenden Leidensdruck. Vor einigen Jahren schon hatten Forscher der renommierten Oxford-Universität den Begriff vom „Kleiner-Mann-Syndrom“ geprägt. Demnach steigert die Größe einer Person Gefühle von Verletzlichkeit und kann zu Verfolgungswahn führen.

Der „Napoleon-Komplex“, also. Durch Online-Dating und eine immer oberflächlichere, auf Äußerlichkeiten reduzierte Gesellschaft wird das Thema Körpergröße für Männer mehr und mehr zum Stress. Wie die Wissenschaftler aus Oxford es auf den Punkt bringen: „Sich kleiner zu fühlen, macht die Menschen paranoid, misstrauisch und eher der Meinung, dass die Menschen starren oder über sie reden.“

Quelle: 9gag.com