Die Fähigkeit von Schaben, quasi alles zu überleben, was ihnen das Leben entgegenwirft, macht sie zu einer der wenigen Arten, die auch einen erdzerstörenden Atomkrieg überstehen würden. Doch das genügt den possierlichen Gesellen wohl nicht, wie eine neue Studie zeigt.

Wissenschaftler der Abteilung für Entomologie an der Purdue University im US-amerikanischen West Lafayette nahmen Studien an Schaben vor und stellten dabei fest, dass die Tiere Kreuzresistenzen gegen eine Vielzahl von Insektiziden entwickeln. Im Zeit Rahmen einer sechsmonatigen Studienperiode gelang es den Wissenschaftlern nicht, eine bestimmte Populationsgröße von Schaben zu verringern.

Binnen nur einer einzigen Generation hatten die Kakerlaken ihre Widerstandskräfte gegen die Gifte um das bis zu 6-fache gesteigert. Studienleiter Michael Scharf in einem Kommentar zu den Studienergebnissen: „Wir hatten keinen Schimmer, dass so etwas so schnell möglich ist.“

Drei Insektizid-Typen wendeten die Wissenschaftler während ihrer Untersuchung an:

Abamectin, Borsäure und Thiamethoxam. Die Gifte kamen im Verlauf der sechs Monate in zahlreichen von Schaben befallenen Wohnungen in Indiana und Illinois zum Einsatz.

In einer Anwendung wurden drei verschiedene Insektizide jeden Monat über drei Monate hinweg im Rotationsverfahren untereinander ausgetauscht und dann wiederholt. In einer zweiten Anwendung verwendeten die Experten sechs Monate lang zwei verschiedene Insektizid-Typen. Im dritten Fall wählten sie ein Insektizid, gegen das Schaben einen geringen Anfangswiderstand aufwiesen.

Trotz dieser Rotationsverfahren gelang es den Wissenschaftlern nicht, die Schabenpopulation zu reduzieren – bei der reinen Einzelbehandlung wuchs die Menge der Tiere sogar um zehn Prozent an, da individuelle Tiere Resistenzen entwickelten. Beim Einsatz der zwei Pestizide war der Anstieg der Population noch größer, da die Tiere Kreuzwiderstände ausbildeten.

Lediglich bei der Rotation von gleich drei Giften konnte die Kakerlakenpopulation stabil gehalten werden.

Diese sank dabei allerdings nicht. Labortests zeigten, dass ein beträchtlicher Teil der Schaben und ihrer Nachkommen „im Wesentlichen immun“ gegen Pestizide geworden war. Während ihres dreimonatigen Fortpflanzungszyklus können Schaben bis zu 50 Jungtiere hervorbringen.

Es muss also nur ein kleiner Teil der Nachkommenschaft Kreuzresistenzen ausbilden und am Leben bleiben, bis er sich vermehren kann – so kann sich eine Schabenpopulation binnen weniger Monate nicht nur erholen, sondern sogar florieren. Die Wissenschaftler betonen, dass rein chemische Lösungen gegen Kakerlaken nicht wirksam sind und eine Kombination aus Hygiene, Kakerlakenfallen und guten Staubsaugern unerlässlich ist.

Quelle: 9gag.com