Es ist eine Sucht, die einen großen Teil unserer Gesellschaft befallen hat. Ein vermeintlich harmloses Spiel mit dem Feuer, welches bereits viele Leben gekostet hat. Experten sind besorgt und ratlos, wie man dem Problem beikommen soll, Eltern beknien ihre Kinder, um ihrer selbst willen doch bitte damit aufzuhören, und manch einer denkt schon laut über Verbote nach. Doch wie soll man einem Trend beikommen, der in sozialen Medien so dermaßen propagiert wird? Gibt es überhaupt einen Ausweg aus der Selfie-Falle?

Bevor es böse Kommentare hagelt: Wir blödeln nur rum! Keine Sorge, wir plädieren nicht für Warnhinweise auf Selfie-Sticks im Stile von „Selfies können tödlich sein“, würden uns aber nicht wundern, wenn einer mit dieser Idee daherkommt. Denn einer aktuellen Studie zufolge begeben sich immer mehr Leute bewusst in gefährliche Situationen, um auf der Jagd nach noch mehr Likes möglichst spektakuläre Bilder zu schießen. Der Untersuchung der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, USA, ist zu entnehmen, dass alleine im Jahr 2016 bis September bereits 73 Menschen weltweit im Zusammenhang mit einem Selfie ihr Leben verloren.

Stürze, Züge und Tiere

Als häufigste Todesursache werden Stürze aus großer Höhe angegeben. Auf Platz Zwei folgen Unfälle mit Zügen. Besonders in Indien erfreut sich der Trend, Fotos von sich und seinem Partner oder den besten Freunden auf Bahngleisen zu schießen, großer Beliebtheit, gilt dies dortzulande doch als besonders romantisch und als Zeichen inniger Verbundenheit. Es folgt das Posieren im Wasser, mit Waffen oder Tieren. Besonders gefährdet sind dabei Selfie-Verrückte im Alter von 20 bis 24 Jahren. Seit 2014 sind 45 Personen dieser Altersgruppe ums Leben gekommen. Weiter 41 Tote der letzten zwei Jahre waren unter 20, 17 älter als 30.

Die Wissenschaftler hinter der Studie arbeiten nun an einer App, welche anhand von GPS-Daten und Bildererkennung unachtsame Fotografen vor Gefahren beim Selfie-Knipsen warnen soll. Man könnte natürlich auch einfach den gesunden Menschenverstand einschalten, aber dafür gibt es ja leider noch keine App.

Quelle: web.de