Inwieweit der Konsum von Cannabis nun schädlich ist, gehört zu den großen Kontroversen in unserem Land. Die einen plädieren darauf, dass der legal erhältliche Alkohol sehr viel drastischere Auswirkungen auf den Körper hat, die anderen klassifizieren Cannabis als gefährliche Einstiegsdroge. Auch die Wissenschaft scheint im Kern unschlüssig. Einerseits wird dem Zeug eine heilende oder zumindest schmerzlindernde Wirkung attestiert, andererseits erscheinen immer wieder Untersuchungsergebnisse, die vor ernstzunehmenden Langzeitfolgen warnen. So auch jüngst eine Studie aus Barcelona.

Dort führten Hirnforscher ein Experiment mit 32 Probanden durch. Die Hälfte der Teilnehmer waren seit durchschnittlich 21 Jahren regelmäßige Kiffer, die täglich einen bis vierundzwanzig (!) Joints durchzogen, die andere Hälfte hatte zumindest schon einmal Erfahrungen mit Cannabis gemacht. Nach einer vierwöchigen Drogenpause wurden die Testpersonen dann dem Experiment unterzogen, welches aus einer Art Wortspiel bestand. Dabei zeigte man ihnen zunächst 75 Begriffe, die sich nach einer Pause wiederholten, wobei in der zweiten Runde 80 neue Begriffe hinzukamen, die zur Hälfte denen aus Runde eins sehr ähnelten. Die Frage war nun, welches der Worte neu war, und welches bereits aus der ersten Runde bekannt.

Das Ergebnis: Die Dauerkiffer waren wesentlich häufiger der Meinung, eines der neuen Worte bereits in der ersten Runde gelesen zu haben, und fielen damit leichter auf „falsche Erinnerungen“ rein, wie es die Forscher nannten. Des Weiteren ergab eine Messung der Hirnströme, dass je mehr ein Proband kifft, sich um so weniger in dem Teil des Gehirns tat, welches das Sprachzentrum und den fürs Gedächtnis wichtigen Hippocampus beheimatet.

Ihre Ausführungen fassen die Forscher damit zusammen, dass die beobachteten Vorgänge im Kifferhirn sehr an den Gedächtnisverlust erinnern, den ein Mensch im Alter erleidet.