Obwohl ein altehrwürdiges Sprichwort das Gegenteil besagt, assoziieren die meisten Menschen finanziellen Reichtum mit Glück. Natürlich kann ein dicker Batzen Geld auf dem Konto, ein Sportwagen in der Garage und eine champagnertrunkene Armee Prostituierter im Schlafzimmer nicht schaden, aber macht das auf Dauer wirklich glücklich?! Eine aktuelle Studie ging dieser Frage nach und kam zu dem Ergebnis, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann. Erst recht keine Zufriedenheit.

Das behaupten zumindest die Experten der Londoner School of Economics nach der Auswertung von Daten aus Australien, Großbritannien, Deutschland sowie den USA und verweisen darauf, dass Reichtum für unser Wohlbefinden zunächst einmal eine eher untergeordnete Rolle spielt. Sehr viel wichtiger seien Faktoren wie die eigene Gesundheit und auch, wie andere Menschen mit uns umgehen. Denn gute Freunde und ein stabiles Familienumfeld wirken sich positiv auf unsere Psyche aus und schützen vor Ängsten und Depressionen. Die zwei größten Gefahren für unsere Lebenszufriedenheit, noch vor Armut und Arbeitslosigkeit.

Experten fordern mehr Therapieplätze

Deshalb fordern die Forscher von der Politik, dass diese sich verstärkt um das geistige Wohl der Bevölkerung kümmern solle, anstatt sich lediglich auf die Bekämpfung von Armut zu konzentrieren. Der Ökonom und Kopf der Studie Richard Layard erläutert: „In der Vergangenheit hat sich der Staat erfolgreich um Probleme wie Armut, Arbeitslosigkeit, Bildung und körperliche Gesundheit gekümmert. Aber ebenso wichtig ist die Bekämpfung von häuslicher Gewalt, Alkoholismus, Depression, Angststörungen, Prüfungsängsten und vielem mehr.

Denkbar wäre zum Beispiel eine bessere Versorgung mit Therapieplätzen, aber auch Schulen sollten verstärkt ihr Augenmerk auf das seelische Wohlbefinden der Kinder legen. Denn, so Layard: „Wie glücklich wir später als Erwachsene sind, hängt vor allem von unserer psychischen Gesundheit als Kind ab – weniger von unseren Qualifikationen.

Quelle: stern.de