Es ist schon irgendwie erstaunlich, dass wir zwar wissen, wie alt das Universum ist, es aber noch als ungeklärt gilt, weshalb wir eigentlich gähnen. Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass es sich dabei um einen sozialen Impuls handelt, der in einer Gruppe weitergetragen wird und somit einst der Warnung diente. Ihr kennt das: Einer fängt an und alle anderen gähnen mit. Der Psychologe Andrew Gallup behauptet im Zuge einer Studie dagegen, dass dies nicht der Hauptzweck sei. Seine These: Je länger jemand gähnt, desto klüger ist er.

Nun würde man nicht unbedingt vermuten, einen Raketenwissenschaftler vor sich zu haben, wenn am Tisch einer mit weit aufgerissenem Mund sein Desinteresse kundtut. Glaubt man aber den Studienergebnissen, besteht tatsächlich ein Zusammenhang zwischen ausgiebigem Gähnen und der Gehirnleistung. Gallup geht sogar so weit zu behaupten: „Die durchschnittliche Gähnlänge sagt bei Säugetieren zuverlässig die Gehirngröße und die Anzahl der kortikalen Neuronen voraus.“ Er führt aus, dass Primaten – wozu ja auch wir Menschen gehören – wesentlich länger gähnen als andere Tiere, ein Effekt, der sich nicht durch die Größe des Körpers oder den gähnspezifischen Körperbau erklären lasse.

Das Gähnen hat dem Forscher zufolge den eigentlichen Zweck, das Gehirn besser zu durchbluten und zu kühlen. Das wiederum fördert die Denkleistung und könnte sogar zur Entwicklung neuer neuronaler Verknüpfungen führen. Oder anders formuliert: Gähnen macht schlau! Klugscheißer mag aber keiner, weshalb trotzdem gilt: beim Gähnen die Hand vor den Mund!

Quelle: geo.de