Jeder weiß, dass tiefe Männerstimmen gut ankommen. Und das nicht nur bei Frauen. Auch wir Kerle verbinden damit kernige und dominante Typen. Aber warum ist das eigentlich so? Genau das wollten Wissenschaftler der 'Pennsylvania State University' wissen und gingen dem Phänomen auf den Grund.

Vor der Erkenntnis steht immer das Experiment. Also zeichnete man die Stimmen von 258 Frauen und 175 Männern auf, die man heterosexuellen Probanden vorspielte. Interessanterweise zeigte sich dabei, dass der einschüchternde Effekt einer tiefen Männerstimme auf Geschlechtsgenossen signifikanter ist als die Anziehungskraft auf Frauen. Des Weiteren ist die männliche Stimmlage den Beobachtungen zufolge von unserem Cortisol- und Testosteron-Hormonlevel abhängig.

Als Nächstes hörte man sich 1721 Primatenlaute genauer an und kam zu dem Schluss, dass die Durchsetzung gegen das eigene Geschlecht – die sogenannte intrasexuelle Selektion – ein Grund für unterschiedliche Stimmhöhen sein könnte. Dementsprechend sind die hörbaren Unterschiede zwischen den Geschlechtern größer, wenn bei der entsprechenden Art nur einige wenige polygame Männchen ran dürfen.

Und bei welcher von all den untersuchten Arten war das Gefälle zwischen den unterschiedlichen Stimmhöhen am größten? Bei uns Menschen! Insofern sind wir offenbar sehr viel polygamer veranlagt als bisher angenommen. Zudem haben bereits frühere Studien gezeigt, dass Frauen sich tiefe Stimmen besser merken können und eine solche auch kulturell seit jeher mit Stärke gleichgesetzt wird. Und das kommt wohl eben daher, dass in evolutionärer Hinsicht sexuelle Dominanz mit einer tiefen Stimme einhergeht.

Doch der Mensch ist bekanntlich vor allem vernunftbegabt, und von daher ist Monogamie für eine funktionierende Gesellschaft natürlich die deutlich bessere Wahl. Besserer Schutz vor Geschlechtskrankheiten, weniger konfliktreiche Beziehungen, mitsorgende Väter und eine freie Partnerwahl sind nun einmal verdammt gute Argumente!