Stahlharte Bauchmuskeln, fünfmal die Woche ins Studio, pumpen. Körperfettanteil von unter drei Prozent. Ergänzungsnahrung. Man(n) tut alles, um in Form zu bleiben/kommen, auch, um das schöne Geschlecht beeindrucken. Tja, wie formulieren wir es jetzt möglichst schonend: Könnt ihr haken. Denn übergewichtige, alte Männer, die erst im Alter Vater werden, sind laut einer Studie für Frauen extrem attraktiv und haben eine höhere Lebenserwartung.

Dicke, alte Papas haben eine höhere Chance, ihre Gene weiterzugeben als ihre schlankeren Gegenstücke, so die Wissenschaft. Die Ansammlung von mehr Körperfett sorge für ein tatsächlich längeres Leben, senke das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, stärke das Immunsystem und schütze – man lese und staune – sogar vor Herzattacken. Das sagt zumindest Richard Bribiescas, Professor für Anthropologie an der renommierten Yale-Universität. Männer mit einem aktiveren Metabolismus hätten hingegen ein 50 Prozent höheres Sterberisiko als jene, deren Körper in Ruhephasen weniger Energie verbrauche.

Macho sein macht krank

Macho zu sein macht krank“, so Bribiescas. „Das Hollywood-Ideal vom verwegenen Prahlhans, vom ganzen Kerl, der Bösewichter am laufenden Band entsorgt und den Tag rettet, beschwört ein falsches Bild männlicher Unzerstörbarkeit herauf. Wir Männer mögen im Durchschnitt größer und kräftiger sein als Frauen, doch wir haben eine entscheidende Schwäche.“ Laut Prof. Bribiescas fällt es uns im Vergleich zu Frauen schwer, Infektionen und Krankheiten zu überstehen – unter anderem auch deshalb, weil wir weniger auf uns achtgäben.

Dies hätte signifikante Auswirkungen auf die Art, wie Männer altern. Pummeliger zu werden sei hingegen ein Signal an Frauen, dass man sich weniger mit dem eigenen Aussehen und mehr mit Familienwerten auseinandersetze – ein Vater, der weniger auf seine Bauchmuskeln und mehr auf seine Kinder achte, sei nicht auf der Jagd nach anderen Partnerinnen. Dies mache nicht nur attraktiver, sondern sorge für ein hormonelles Körpermilieu, das die Lebenserwartung steigere. Der Trend geht also mehr und mehr hin zum „Dad Bod“, zum „Papakörper“.      
 
Aber hey, das bedeutet trotzdem, dass der ganze Sport am Ende doch nicht sinnlos ist: Denn um ein alter, moppeliger Vater zu werden, muss man eben eines tun: Erst mal alt werden. Und dazu sollte man gesund sein …

Quelle: telegraph.co.uk