Früher haben einen die Eltern mit den Worten „Frische Luft ist gut für dich!“ selbst bei Wind und Wetter nach draußen gejagt und waren froh, wenn sie uns eine Zeit lang nicht mehr sehen mussten. Unbeaufsichtigt von irgendwelchen Erziehungsberechtigten traf man sich dann mit all den anderen Kids aus der Straße, die ebenfalls rausgeschmissen worden waren, und machte gemeinsam die Gegend unsicher. Soziale Interaktion bedeutete damals, sich darüber zu streiten, wer beim Fußballspielen ins Tor muss. Heutzutage ist damit ein „Like“ auf Facebook gemeint. Aber klingt das nur danach, oder waren wir damals ohne Internet wirklich glücklicher?

Oder anders gefragt: Wie wirken sich soziale Interaktionen auf Plattformen wie Facebook generell auf das Wohlbefinden von Nutzern aus? Genau das haben US-Forscher untersucht und ihren Studienbericht nun im „American Journal of Epidemiology“ veröffentlicht. Darin wird beschrieben, wie die Wissenschaftler Datensätze von 5.208 Menschen auswerteten, die im Rahmen einer eine repräsentative Umfrage der Gallup Panel Social Network Study über drei Jahre hinweg zusammengestellt worden waren.

Klicks oder Clique?

Im Detail analysierte man, inwiefern soziale Interaktionen sowohl offline als auch online mit dem subjektiven Wohlbefinden in Sachen körperlicher sowie mentaler Gesundheit, Zufriedenheit mit dem Leben und BMI (Body Mass Index) assoziiert werden. Dabei wurde recht schnell deutlich, dass sich die Aktivität auf Facebook negativ auf das eigene Wohlbefinden auszuwirken scheint. Bereits eine minimale Abweichung in den Bereichen „geklickte Likes“, „geklickte Links“ oder „Status-Updates“ führte laut Selbsteinschätzung zu einer Verringerung der mentalen Gesundheit von etwa fünf bis acht Prozent.

Tatsächlich sind die Auswirkungen der negativen Assoziationen auf das eigene Wohlbefinden bei der Nutzung von Facebook mindestens genauso stark, wie die positiven Auswirkungen, welcher wir infolge von Interaktionen mit Menschen im wahren Leben empfinden. Laut den Experten überwiegen die negativen Gefühle, die durch soziale Netzwerke im Internet entstehen, oftmals sogar die positiven Erlebnisse in der wirklichen Welt. Das wirft die besorgniserregende Frage auf, ob reale Kontakte gegenüber jenen aus dem Netz allmählich an Wichtigkeit verlieren.

Quelle: augsburger-allgemeine.de