Ein krummer Penis: Geschätzt 20 Prozent aller Männer betrifft das Thema IPP (Induratio Penis Plastica), das in einem gekrümmten Penis resultiert. Eine aktuelle US-Studie erhob die Daten von 1,5 Millionen Männern – das Fazit: Männer mit solch einer Krümmung haben ein erhöhtes Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Dies berichtet die „Bild“.

So soll durch IPP das Hodenkrebs- und Magenkrebsrisiko je um 40 Prozent steigen, während das Risiko für Hautkrebs um 29 Prozent höher liegen soll. Dies teilte die Amerikanische Gesellschaft für Produktive Medizin mit. Doch was sagt die deutsche Wissenschaft dazu? Prof. Dr. Andreas Gross, Chefarzt der Urologie der Asklepios Klinik Barmbek erläutert:

„Diese Statistik ist meines Erachtens nach wenig aussagekräftig, da die Zahl der IPP-Patienten sehr ungenau ist. Der Grund ist, dass sich nur ein Teil der Betroffenen in Behandlung begibt. Diejenigen, die es tun, nehmen in der Regel mehr und regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen wahr, wodurch auch Krebserkrankungen erkannt werden können. Bei Männern, die dies nicht tun, kann demzufolge auch keine Erkrankung wie Krebs diagnostiziert werden, wodurch in der Statistik der Eindruck entsteht, dass Männer, die nicht an IPP leiden, weniger häufig an Krebs erkranken.“

Doch was ist die Induratio Penis Plastica? Laut Professor Gross handelt es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, die das Bindegewebe des Penis Vernarben lässt und so starre, ausdehnungsunfähige Gewebeanteile erzeugt. Andere Teile des Penis bleiben aber normal beweglich, sodass sich der Penis mit der Zeit durch diese Unregelmäßigkeiten krümmt oder bizarre Verformungen entwickelt, was häufig mit Schmerzen verbunden ist. Professor Gross zufolge tritt eine solche IPP ab dem 60. Lebensjahr vermehrt auf.

Prof. Gross erläutert: „Viele Patienten nehmen eine ungewöhnliche Erektion wahr. Unter der Penishaut sind Verhärtungen, sogenannte Plaques, spürbar. Der Penis ist auf der befallenen Seite verkürzt.“