Ursprünglich war das Konzept Alltag ja mal so angedacht: acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit, acht Stunden Schlaf. Natürlich geht diese Rechnung nicht mal annähernd auf, es sei denn man empfindet den Weg zur Arbeit, einkaufen gehen oder die Steuererklärung machen als Freizeit. Umso wichtiger ist es, sich effektiv zu entspannen, wenn die To-do-Liste dann endlich abgearbeitet ist. Und wie geht das am Besten?

Der kürzlich vorgestellte Freizeitmonitor 2014 gibt Auskunft. 4.000 Bundesbürger ab 14 Jahren wurden dazu befragt, was sie brauchen, um sich wohlzufühlen, und was sie tatsächlich tun. Und wie sich herausstellte, klafft zwischen diesen beiden Kategorien eine erstaunlich tiefe Schlucht.

Fangen wir an, mit dem was wir brauchen: Mit 74 Prozent kommen die Freunde an erster Stelle. Gut essen und trinken liegen auf Platz 2 (65 %), und erst auf dem knappen dritten Platz rangiert der/die Partnerin/in (63 %). Es folgen Ruhe/Faulenzen/Nichtstun (59 %) und dazu passend das eigene Bett (54 %). Interessanterweise liegen nette Nachbarn mit 38 Prozent noch vor Büchern/Zeitungen (36 %), Badewanne/PC/Internet & Auto (26 %) sowie dem Handy/Smartphone (24 %). Es sagt wohl viel über uns aus, dass Kultur bei uns mit blassen 16 % auf dem letzten Platz landet.

Vermutlich seid ihr ebenso überrascht von dem Ergebnis wie wir. Nachbarn sind uns wichtiger als das Smartphone?? Aber wie gesagt, dieses Ranking bezog sich nur auf unseren Anspruch, nicht auf die Wirklichkeit.

Die Befragung nach dem, was wir tatsächlich tun, ergab Folgendes: 97 Prozent sprechen eine deutliche Sprache. Auf Platz 1: ganz klar das Fernsehen! Doch wer hätte es gedacht, dass mit 90 % das Radio noch vor Zeitschriften (73 %) und diese wiederum noch vor dem Internet (71 %) rangieren!? Ach ja, 87 % der Deutschen telefonieren auch recht gerne. Immerhin eine Form der Zwischenmenschlichkeit, wenn man bedenkt, dass die Zeit mit dem Partner gut 30 Prozentpunkte hinter dem Fernsehapparat hinterherhinkt. Zeit mit Freunden taucht in dieser Liste gar erst abgeschlagen unter der 50-Prozent-Marke auf.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass das Rumlümmeln vor der Flimmerkiste bereits seit 1986 an erster Stelle steht, jedoch zunehmend vom Internet verdrängt wird. Die unter 30-Jährigen verbringen mit dem Surfen bereits mehr Zeit, was bei dem gebotenen Programm aber ja auch kein Wunder ist. Könnte natürlich aber auch an den Pornos liegen. Vor dem Fernseher zu onanieren ist so 90er.