Vielen überzeugten „Dampfern“ gilt die E-Zigarette als das Allheilmittel gegen die Sucht nach herkömmlichen Glimmstängeln. Sie schwören auf den weichen Ausstieg, statt komplett mit dem Rauchen aufzuhören, greifen sie lieber zur dampfenden Alternative oder reduzieren Zigaretten, um sowohl zu Rauchen als auch zu Dampfen. Doch eine aktuelle Studie gelangt zu dem Fazit: Das ist ein Mythos.

Die Untersuchung legt nahe, dass Personen, die sowohl Tabak als auch E-Zigaretten rauchen mit einer weitaus geringeren Wahrscheinlichkeit aufhören werden als solche, die nur Tabak-Produkte konsumieren. Für ihre Untersuchung verwendeten die Forscher der Georgia State University Daten aus einem seit Jahren laufenden Umfrage-Prozess der Industrie als Grundlage. Sie nahmen die Aussagen von 1200 Rauchern in Augenschein, die während August und September 2015 befragt worden waren.

Dann untersuchten sie den aktuellen Raucher- oder Nichtraucher-Status dieser Personen. Von 1000 Personen, die auch 2018 noch Teil der laufenden Umfrage sind, beantworteten 850 einen aktualisierten Fragebogen. 30 Prozent dieser Teilnehmer gaben 2015 an, dass sie sowohl rauchten als auch dampften. Nun, drei Jahre später, sind 90 Prozent eben dieser Personen nach eigenen Angaben noch immer Raucher.

Standard-Raucher hören doppelt so wahrscheinlich auf

Jene, die nur geraucht hatten, weisen hingegen eine 100 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit auf, mit dem Rauchen aufzuhören, wie aus den Angaben hervorgeht. Die niedrigere Aufhör-Wahrscheinlichkeit war auch bei solchen Probanden der Fall, die 2015 noch angegeben hatten, sie würden nur dampfen, um endlich aufzuhören. Wer damals sowohl rauchte, als auch dampfte, konsumierte noch ein Jahr später so viele Zigaretten wie Nicht-Dampfer.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass ein Umstieg auf das Dampfen den Zigaretten-Konsum reduzieren kann. Doch Dr. Scott Weaver zufolge, dem Studienleiter der aktuellen Umfrage, könnten diese Studien veraltet sein oder nicht widerspiegeln, wie sich die Verhaltensweisen von Menschen im Laufe der Jahre durch E-Zigaretten verändern: „In der ‚echten Welt’ ist die E-Zigaretten-Landschaft äußerst vielschichtig, die Kommunikation über ihre gesundheitlichen Auswirkungen und ihren Nutzen für das Aufhören sind nicht konsistent“, so Weaver.

„Die meisten dieser Produkte liefern nicht so viel Nikotin wie das gewohnte Profil einer Zigarette. Viele Raucher, die E-Zigaretten probieren, stellen rasch fest, dass sie zur Stillung ihres Nikotinbedürfnisses nicht genügen und hören entweder wieder mit ihnen auf (und kehren zum ausschließlichen Zigarettenkonsum zurück) oder rauchen und dampfen zeitgleich.“

Wer doppelt Nikotin konsumiert, entwöhnt noch schwerer?

Eine solche doppelte Dosis an Nikotin könnte Weaver zufolge auch ein vermehrter Grund dafür sein, dass solchen Rauch-Dampfern das Aufhören noch schwerer fallen könnte. Zudem würden solche Nutzer vielleicht aus gesundheitlichen Fehlinformationen zwar das Rauchen reduzieren, dafür aber vermehrt Dampfen, insbesondere in Situationen, in denen das Rauchen verboten sei.

Weaver und sein Team wollen nun wissenschaftlich untersuchen, inwieweit die Wahrnehmung des Rauchens und Dampfens die Entscheidungen von Rauchern beeinflusst.

Quelle: gizmodo.com