Na schau mal einer an. Da müssen wir Kerle uns schon zu Schulzeiten immer wieder nachsagen lassen, wie aggressiv wir doch im Gegensatz zu den ach so vernünftigen Mädchen sind, und nun stellt sich heraus, dass gerade diese für unser Benehmen verantwortlich sind. Okay, es ist jetzt nicht direkt neu, dass viele Kriege wegen Frauen geführt wurden, aber dass der Aggressionspegel im Klassenzimmer maßgeblich von den Mädchen bestimmt wird, ist dann doch neu.

Zu diesem Ergebnis kamen die Psychologen Robert Busching und Barbara Krahé nach ihrer Untersuchung geltender Klassennormen über einen Zeitraum von drei Jahren. Dabei wurden 1.300 Schüler und Schülerinnen anhand einer fiktiven Geschichte befragt, wie sie auf provozierendes Verhalten reagieren würden, und in welcher Form sie auch in Wirklichkeit Aggression erleben und selber zeigen.

Anhand der Antworten ermittelten die Forscher den Toleranzgrad der einzelnen Schüler und dann der Klasse als Ganzes in Sachen Gewalt, wobei sich zeigte, dass wenn die Mädchen aggressives Verhalten mehrheitlich akzeptabel fanden, sich die gesamte Klasse aggressiver verhielt. Selbst Kinder, die in anderen Umfeldern eher friedlich sind, ließen sich demnach von jener Klassennorm mitreißen.

Laut der Psychologen seien Mädchen sich untereinander deutlich ähnlicher als die Jungen, weshalb deren Einfluss in den Klassen auch entsprechend größer ausfiele. Aber wie gesagt, dass es da eine unsichtbare Hundeleine gibt, an der wir durchs Leben trotten, haben wir ja schon immer geahnt. Oder wie die Psychologen sagen:

„Die Ergebnisse zeigen die dämpfende Wirkung gesellschaftlicher Normen auf dem Weg von einzelnen normativen Überzeugungen zu aggressivem Verhalten im Jugendalter“