Bei dem Wort „Psychopath“ denken die meisten von uns sicherlich sofort an einen axtschwingenden Irren, der alles und jeden in Stücke hackt, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Tatsächlich findet dieser Hollywood-Mythos in der Wirklichkeit jedoch eher selten Entsprechung. Die wenigsten echten Psychopathen machen als Mörder und Gewalttäter die Welt unsicher. Zwar haben sie zweifelsohne soziale Defizite, die sich in dem Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen bemerkbar machen, verstehen es aber dennoch, oberflächliche Beziehungen herzustellen und sind mindestens in einer Hinsicht offenbar vollkommen normal: Dem Musikgeschmack!

Zumindest lautet so das Ergebnis einer Studie der New York Universität, die unter der Federführung des Psychologie-Professors Pascal Wallisch zu ergründen versucht hat, ob die Vorliebe für bestimmte Lieder mit den für Psychopathen typischen Persönlichkeitsmerkmalen einhergeht.

Also ließ Wallisch 200 Studenten einen Fragebogen ausfüllen, auf dem sie Aussagen wie „Liebe wird überbewertet“ oder „Richtig ist für mich alles, mit dem ich davonkomme“ zustimmen oder von sich weisen sollten. Daraufhin wurde den Probanden eine Playlist mit 260 Songs vorgespielt, die es jeweils auf Basis des jeweiligen Geschmackes ebenfalls zu bewerten galt.

Wahnsinns-Songs

Beim Abgleich dieser beiden Datensätze zeigte sich, dass Menschen mit psychopathischen Zügen zu Tracks wie dem Eminem-Hit „Lose Yourself“ von 2002 oder „No Diggity“ von Blackstreet tendieren. Auch ganz weit vorne: „What Do You Mean“, von Justin Bieber.

Natürlich lassen die Ergebnisse auch den Umkehrschluss zu, der darin besteht, dass Studenten mit den geringsten Anzeichen einer psychopathischen Störung Songs wie „Titanium“ von Sia oder „My Sharona“ von The Knack bevorzugen.

Allerdings betont Wallsich, dass seine bisherigen Ergebnisse auf diesem Gebiet lediglich vorläufiger Natur seien. Immerhin war die Anzahl der teilnehmenden Studenten sehr gering, ihre Auswahl nicht repräsentativ genug für ein abschließendes Urteil. Also soll eine größere Studie folgen, die ans Licht bringen soll, ob man anhand der Playlist einer Person Rückschlüsse auf deren soziales Verhalten ziehen kann.

Der Psychologe selber wich der Frage nach seinem persönlichen Lieblingssong mit der Aussage „überhaupt nicht an Musik interessiert" zu sein mit Blick auf seine Studienergebnisse übrigens geschickt aus.

Quelle: stern.de