Oft bedarf es nur einer kleine Anpassung der Details, und schon verändert sich ein ganzer Sachverhalt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Arbeit der Doktoranden der Cornell University in Ithaca, New York. Diese waren nämlich mit tendenziell langweiligen statistischen Berechnungen beauftragt, die als Prävention im Falle großer Krankheitsausbrüche zur Anwendung kommen. Um die ganze Sache nun etwas interessanter zu gestalten, simulierten die Wissenschaftler kurzerhand einen Zombieangriff.

Denn im Kern ist es egal, ob man für die Berechnungen eines Ausbruches Zombies oder Viren zugrunde legt. Differenzialgleichungen, gitterbasierte Modelle, Ermittlung der Bevölkerungsdichte, das Verfahren bleibt gleich und am Ende steht ein Ergebnis, welches sich wahlweise auf ansteckende Krankheiten oder Untote anwenden lässt.

Mensch, Infizierter, Zombie, toter Zombie
Natürlich wurde das Szenario für die Zombie-Apokalypse in den Details entsprechend angepasst, so wie unterschiedliche Krankheiten ja auch verschiedene Übertragungswege haben. Zunächst klassifizierten die Forscher die Bevölkerung in vier Kategorien – Mensch, Infizierter, Zombie, toter Zombie – und spielten dann durch, was alles geschehen kann.

„Wir haben die möglichen Interaktionen wie radioaktiven Zerfall behandelt und mit einer Halbwertszeit bedacht, die von verschiedenen Parametern abhängig ist. Dann haben wir die Zeiten für all diese verschiedenen Interaktionen berechnet und geschaut, wie sich alles weiterentwickelt, wenn eine Sache passiert und dadurch alles andere beeinflusst“, erklärt Alexander Alemi, der Mann hinter der Idee dieser Berechnungen.

Dabei stellte sich heraus, dass die meisten Filme den Verlauf einer derartigen Epidemie falsch darstellen. In den verschiedenen Medien, welche Zombies thematisieren, werden alle Regionen meist flächendeckend von den Untoten überrannt, während sich die Überlebenden auf kleine, sichere Flecken verteilen. Der Simulation nach würde die Zombieinvasion jedoch ewig brauchen, um aus den recht schnell eingenommenen Städten auf das dünn besiedelte Land zu kommen, wenn überhaupt. Denn:

„Auf dem Land gibt es weniger Menschen zum Beißen.“

Unter dieser Prämisse ermittelte man den, zumindest für die USA, sichersten Ort im Falle einer Zombie-Apokalypse. Sollte es also irgendwann so weit und ihr zufällig gerade in den Vereinigten Staaten sein, dann verschanzt euch am besten in den nördlichen Rocky Mountains. Das heißt, natürlich nur, wenn ihr mit Heerscharen von Touristen besser klarkommt als mit Zombies. Was das betrifft, gibt es ja durchaus geteilte Meinungen.