Eine Studie der Unternehmensberatung „Capgemini“ sieht aktuell die Versorgungssicherheit für Strom in Europa gefährdet. Grund dafür sei mitunter der starke und schnelle Ausbau von erneuerbaren Energien.

Laut der Studie bedroht nicht nur die europäische Wirtschaftskrise, sondern auch die dramatischen Preisänderungen auf den Energiemärkten und der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien die Sicherheit bei der Stromversorgung in Europa. Ein starker Winter könne zu Versorgungsengpässen führen und die Netzstabilität gefährden, wie Energieexperte Andreas Weiler das Ergebnis der Studie zusammenfasst.

Doch auch auf lange Sicht sei die instabile Situation gefährlich für die sichere Energieversorgung in Europa. Aktuell würden immer mehr Gaskraftwerke aufgrund von mangelnder Rentabilität geschlossen werden, die jedoch für die Bewältigung von hohen Belastungen notwendig seien. Außerdem seien die Reserven für den Winter, etwa Gas, geringer als in den vergangenen Jahren.

In der Studie heißt es weiter, dass rund 60 Prozent der auf Gas basierenden Kapazitäten derzeit unrentabel seien und bis 2016 geschlossen würden. Die Gaskraftwerke seien aufgrund erneuerbarer Energien immer weniger ausgelastet. Weiler betont, dass eine Reform des europäischen Energiemarktes notwendig sei.

Eine andere Studie der „Agora Energiewende“ schlägt vor, die Förderung von erneuerbaren Energien auf eine feste Obergrenze zu limitieren. Dadurch soll das Wachstum stabilisiert werden. Vorgeschlagen wird eine Vergütungsobergrenze von 8,9 Cent je Kilowattstunde für alle neuen Anlagen.

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