Als Mann muss man sich zwangsläufig irgendwann mit ergrauendem Haar oder gar Haarausfall auseinandersetzen. Die einen früher, die anderen später. Aber warum ist das eigentlich so? Mediziner des UT Southwestern Medical Center sind zufällig über die Antwort gestoßen und haben herausgefunden, welcher Mechanismus hinter der Glatzenbildung und der Entstehung von grauen Haaren steckt.

Ursprünglich gingen die Experten der Frage nach, wie sich verschiedene Tumore bildeten. Dabei entdeckten sie jedoch, dass ein Protein mit der kryptischen Bezeichnung KROX20 aus Hautzellen Haare entstehen lässt. Jene Zellen produzieren dann wiederum ein weiteres Protein (SCF), welches für die Pigmentierung der Haare verantwortlich zeichnet. Sind also funktionierende Zellen mit KROX20 und SCF vorhanden, können diese mit pigmentproduzierenden Melanozyten-Zellen interagieren und zu pigmentierten Haaren heranwachsen.

Weiße Mäuse und Stammzellen

Dies bestätigte sich bei Versuchen an Mäusen. Entfernte man das sogenannte SCF-Gen nämlich aus deren Haar-Vorläuferzellen, wurden die Haare der Tiere erst grau und später weiß. Als man dann auch noch die KROX20-produzierenden Zellen aus der Rechnung nahm, wurden die Mäuse tatsächlich kahl.

Dass die in den Haarfollikeln enthaltenen Stammzellen an der Entstehung von Haaren beteiligt sind, war freilich schon bekannt. Ebenso die Bedeutung von SCF für pigmentierte Zellen. Neu sei laut den Wissenschaftlern aber die Erkenntnis über die Wirkung der Stammzellen auf die Haarfollikel und welche Zellen in den Haarfollikeln SCF produzieren.

Die Experten glauben, damit einem erfolgversprechenden Ansatz zur Bekämpfung von Glatzenbildung und grauen Haaren auf der Spur zu sein. In Zukunft könnte es auf dieser Basis möglich sein, den Haarfollikeln von Patienten das notwendige Gen zuzuführen, um kosmetische Probleme mit den Haaren zu korrigieren.

Quelle: heilpraxisnet.de