Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, warum Männer und Frauen bei gleich fettreiche Nahrung unterschiedlich zunehmen – denn Männer legen dabei deutlich leichter an Gewicht zu. Dies ermittelten die Forscher, indem sie Mäusen fettreiche Nahrung zu fressen gaben. Nun gehen sie der Frage nach, warum die Geschlechter auf unterschiedliche Weise dick werden.

Ihre Ergebnisse publizierten die Wissenschaftler des Texas Children‘s Hospital im englischsprachigen Fachblatt „Nature Communications“. Ziel der Forscher war es unter anderem, zu verstehen, welche Gewichtung das Gehirn bei der Kontrolle des Körpergewichts einnimmt. Dabei kamen die Forscher um Professor Doktor Yong Xu einem neuen Mechanismus auf die Spur.

Zwei Hauptfaktoren konnten dabei identifiziert werden: Geschlechtschromosomen und Sexualhormone. Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass der unterschiedliche Hormoncocktail von Männern und Frauen eine entscheidende Rolle bei der Gewichtszunahme spielt. Ziel der Studie war unter anderem, herauszufinden, ob es neben diesen beiden Faktoren eine dritte Gruppe gibt, die sich auf das Zunehmen auswirkt.

Neuronen arbeiten unterschiedlich

Laut Professor Xu war diese Studie eine der ersten, die die Rolle des Gehirns bei diesen Gewichtszunahmeprozessen untersuchten, so Xu. Bei der Untersuchung des Gehirns der Mäuse ermittelten die Wissenschaftler spezielle Neuronen, die ihre elektrischen Signale auf andere Weise ausstießen als der Rest. Insbesondere die sogenannten POMC-Neuronen des Hypothalamus spielten für die Forscher eine besondere Rolle.

Diese sollen helfen, das normale Körpergewicht zu halten – sie zügeln den Appetit und steigern den Energieverbrauch, wenn Säugetiere sich chronisch fettreich ernähren. Es konnte ermittelt werden, dass weibliche POMC-Neuronen ihre Signale dabei rascher ausstoßen als männliche. Auch präge der weibliche Körper eines der untersuchten Gene, TAp63, stärker als der männliche.

Neue Therapie-Strategien

Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass das Abschalten dieses Gens bei Mäusen Fettleibigkeit auslösen kann und auch dafür sorgt, dass weibliche POMC-Neuronen wie männliche feuerten – und Mäuseweibchen somit plötzlich männliche Fettleibigkeit entwickelten. Umgekehrt war die bei den Männchen nicht so, das Abschalten von TAp63 hatte keine Auswirkungen.

Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass ihre Erkenntnisse bei der Gewichtskontrolle geschlechtsspezifische Unterschiede aufzeigen könnten – zukünftige Therapien gegen Fettleibigkeit und damit zusammenhängende Stoffwechselerkrankungen sollten so erleichtert werden. Weitere Forschungen seien jedoch nötig.

Quelle: heilpraxisnet.de