Früher galt eine besonders hohe weibliche Stimme als begehrenswert und erotisch. Doch Frauen scheinen immer tiefer zu sprechen. Das ist mehr als nur ein Eindruck, wie eine Studie der Uni Leipzig nachwies: Tatsächlich benutzen Frauen ihre Stimmen heute deutlich tiefer als früher, jedoch nicht aufgrund von körperlichen Veränderungen. Tatsächlich sollen neue Frauenbilder dafür verantwortlich sein, dass die holde Weiblichkeit ihre Stimme unbewusst anders verwendet.

Die Emanzipation der Frau soll dafür Verantwortung tragen, dass die Damen heute mit tieferer Stimme sprechen als früher. Eine tiefe Stimme stehe nämlich für Selbstbewusstsein und Erfolg, so lautet das Resultat der Studie. Frauen sprechen demnach nicht mehr mit 220 Hertz wie früher, sondern nur noch mit 165 Hertz – deutlich tiefer. Männerstimmen bewegen sich in einem Rahmen von 110 Hertz. Diesem Standard haben sich die weiblichen Stimmen deutlich angenähert und beinahe halbiert, führte Michael Fuchs, der Leiter der Sektion für Phoniatrie und Audiologie an der Leipziger Universitätsklinik im Gespräch mit dem Deutschlandfunk aus.

Fuchs dazu: „Wir wissen beispielsweise, dass auch im weltweiten Vergleich Japanerinnen und Asiatinnen deutlich höher sprechen als Frauen aus dem skandinavischen Bereich, wo wir die tiefsten Lagen finden. Das hängt natürlich mit den sozialen Gegebenheiten den Erwartungshaltungen zusammen. In Japan gilt es beispielsweise als Schönheitsideal, eine hohe Frauenstimme zu haben – und entsprechend viele Frauen sprechen dann auch höher.“

1400 Männer und Frauen nahmen an der Studie teil, die ursprünglich unternommen worden war, um den Sprachgebrauch in Mitteldeutschland zu untersuchen.

Quelle: tag24.de