Habt ihr euch als Katzenbesitzer auch schon immer gefragt, warum zur Hölle die Biester jeden leeren Pappkarton augenblicklich in Beschlag nehmen, und sei er auch noch so klein? Dann seid ihr damit nicht alleine. Selbst die Wissenschaft grübelt, was es mit dieser Liebe auf sich hat, und so machten sich einige Forscher daran, dem Rätsel auf den Grund zu gehen.

Dazu begab sich das Team um Claudia Vinke von der Universität Utrecht in ein Tierheim und stellte zehn Katzen, die dort frisch angekommen waren, einen Karton als Rückzugsort zur Verfügung, während neun weitere sich ohne in der neuen Umgebung zurechtfinden mussten. Und siehe da, bereits drei Tage später zeigte sich, dass die Kartonbesitzer wesentlich entspannter und zutraulicher waren, als ihre obdachlosen Genossen, die erst nach gut zwei Wochen einen vergleichbar niedrigen Stresslevel erreicht hatten.

Das liegt laut Vinke daran, dass Katzen auf Bedrohungen mit Flucht reagieren, was ebenso für Wilde wie auch für Hauskatzen gelte. Und da ja nun mal die wenigsten daheim eine Höhle oder Bäume haben, muss es halt der Pappkarton oder eine erhöhte Position tun. Die Forscherin stellt zudem die Vermutung auf, dass sich eine derartige Fluchtmöglichkeit und der dadurch gesenkte Stresslevel positiv auf die Gesundheit der Tiere auswirken, da Stress das Immunsystem schwächt, was wiederum die Wahrscheinlichkeit einer Infektionskrankheit erhöht.

Eine Studie aus dem Jahr 2006 besagt des Weiteren, dass die Wohlfühltemperatur einer Katze zwischen 30 und 36 Grad liegt. Kaum jemand heizt zuhause derart, so dass davon auszugehen ist, dass ein Karton dank seiner isolierenden Eigenschaften auch der angenehmen Temperierung eines Stubentigers dient. Von daher sind besonders kleine Kartons interessant, da der Körper eines eingerollten Tieres in einem solchen Falle an jeder Seite die Pappwände berührt. Und so wird es schnell muckelig warm. Probiert es einfach mal selber aus.

Quelle: Spiegel