Drei Kiffer sitzen gerade beisammen und ziehen einen durch, da fährt draußen ein Motorrad vorbei. Meint der Eine: „Ich glaub, das war 'ne Kawasaki.“ Die Bong wird rumgereicht, daraufhin der andere: „Nee, das war 'ne Honda.“ Eine weitere Viertelstunde geselligen Rauchvergnügens später meint der Dritte schließlich: „Boah, ihr seid mir zu stressig. Ich geh jetzt.“

Dieser abgedroschene Scherz verdeutlicht, wie Cannabis-Konsumenten allgemeinhin wahrgenommen werden. Als träge Säcke, schlapp und antriebslos. Einer aktuellen Studie aus den USA zufolge trifft dieses Vorurteil jedoch nicht zu. Laut den Ergebnissen greifen acht von zehn Marihuana-Konsumenten nämlich vor oder nach sportlichen Betätigungen zu Cannabis. Jedenfalls in den Staaten, in denen der Gebrauch legal ist.

600 Konsumenten nahmen an der Studie teil, und wurden dazu zunächst ausführlich befragt. Unter anderem, ob sie Cannabis innerhalb einer Stunde vor oder vier Stunden nach dem Training verwendeten. In 82 Prozent der Fälle lautete die Antwort „Ja“. 70 Prozent der Befragten gab zu Protokoll, dass Cannabis die Freude an Bewegung anregt, 78 Prozent berichteten von einer verbesserten Regeneration und 52 Prozent behaupteten, dass Marihuana ihrer Motivation förderlich sei.

Von wegen faul

Im Zuge einer entsprechenden Pressemitteilung seitens der federführenden University of Colorado Boulder, erklärt Studienautorin Professorin Angela Bryan: „Es gibt ein Klischee, dass Cannabiskonsum dazu führt, dass Menschen faul im Bett liegen und nicht körperlich aktiv sind, aber die Daten deuten darauf hin, dass dies nicht der Fall ist.“ Allerdings betont Bryan auch in aller Deutlichkeit, dass sie Cannabis deshalb nicht als Aufputschmittel für Sport propagieren möchte. Immerhin hatten 38 Prozent der Probanden angegeben, dass Marihuana ihre Leistung steigere.

Tatsächlich ist der Konsum von Cannabis bei Sportwettkämpfen aufgrund der möglichen Leistungssteigerung verboten. So geht zum Beispiel das Gerücht, dass sich die sogenannten Ultraläufer gerne man Marihuana reinpfeifen, um sich gegen Übelkeit und Langeweile auf den langen Laufstrecken zu wappnen.

„Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Cannabinoide die Schmerzwahrnehmung dämpfen, und wir wissen auch, dass die Rezeptoren, an die sich Cannabis im Gehirn bindet, den Rezeptoren sehr ähnlich sind, die auf natürliche Weise während des Hochs der Läufer aktiviert werden“, erklärt Studienautorin Arielle Gillman. Es sei durchaus denkbar, dass Menschen motivierter blieben, wenn Schmerzen gelindert und ein künstliches sogenanntes Runner's High ausgelöst werde.

Außerdem wirkt Cannabis bekanntlich entzündungshemmend, was der Genesung nach sportlichen Leistungen zugutekommt. Epidemiologische Studien haben zudem ergeben, dass Cannabis-Konsumenten tendenziell schlanker sind, gesündere Blutzuckerwerte haben und ein geringeres Risiko aufweisen, an Diabetes zu erkranken.

Quelle: heilpraxisnet.de