Wenn man irgendwo einen Haufen sturzbetrunkener Studenten in Partylaune sieht, mag man kaum glauben, dass diesen jungen Leuten tatsächlich so etwas wie Lernerfolg in der Universität beschert sein soll. Wie eine Studie nun aber belegt hat, kommt der Konsum von Alkohol durchaus unserem Erinnerungsvermögen und damit auch guten Noten in einer Prüfung zugute. Ist an dem Klischee des besoffenen Studenten also mehr dran, als uns amerikanische Filme glauben lassen wollen?!

Aber von vorne: Wissenschaftler der Universität Essex stellten 31 männlichen und 57 weiblichen Probanden am ersten Tag der Untersuchung diverse Aufgaben, darunter auch welche, die sich auf das Lese- und Hörverständnis bezogen. Jeder Studienteilnehmer erhielt die gleichen Aufgaben, nur mit dem kleinen Unterschied, dass der einen Hälfte der Versuchskaninchen gestattet wurde, nach dem Test beliebig viel Alkohol zu trinken, während die andere Hälfte nüchtern bleiben sollte.

Nützlicher Kater

Am nächsten Tag wurden die Aufgaben wiederholt und siehe da: Diejenigen, die sich am Abend vorher einen oder mehrere Drinks reingezogen hatten, konnten sich an das neu gelernte besser erinnern, als diejenigen, die trocken geblieben waren. Erstaunlicherweise stellten sie Wissenschaftler sogar fest, dass das Erinnerungsvermögen umso besser war, je mehr Alkohol die Testpersonen getrunken hatten.

Das liegt den Experten zufolge daran, dass Alkohol es dem Hirn zwar mit jedem Glas Alkohol schwerer mache, neue Informationen aufzunehmen, in der Folge aber entsprechend viele Ressourcen frei seien, um das vor dem Konsum gelernte im Gedächtnis zu verankern.

Also reicht es, einfach schnell ein Buch zu lesen und dann möglichst viel zu trinken, um eine Prüfung zu bestehen? Klingt zu schön, um wahr zu sein, und ist es wohl auch. Denn ob der kurzzeitige positive Effekt auf das Hirn die langfristigen Risiken aufwiegt, ist mehr als fraglich. Ebenso wie die eigene Karriere, wenn man schon vor dem Eintritt ins Berufsleben nur mit Alkohol ans Ziel kommt.

Quelle: focus.de