Es ist schon bezeichnend, wie viel Wind hierzulande um das Thema Cannabis gemacht wird, während Deutschland in Sachen Drogenkonsum an anderen Fronten sehr viel breiter aufgestellt ist. Zwar gibt es immer weniger Raucher, doch was den Alkohol betrifft, sind wir nach wie vor ganz weit vorne. Das geht aus dem „Jahrbuch Sucht 2017“ hervor, welches die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen kürzlich in Berlin vorgelegt hat.

Demzufolge rauchte jeder Deutsche – statistisch gesehen, natürlich – im letzten Jahr gut 920 Fertigzigaretten. Klingt nach einer ganzen Menge, entspricht aber einem Rückgang von 100 Kippen im Vergleich zu 2012. Das liegt vor allem daran, dass insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene immer seltener zum Glimmstängel greifen. Nun könnte man meinen, dass E-Zigaretten die klassischen Sargnägel abgelöst haben, dem Bericht zufolge sind diese jedoch bisher kaum im Alltag der Deutschen angekommen. Eine große Nachfrage herrscht indes in Sachen Pfeifentabak, besonders für Wasserpfeifen.

Die Aufklärung über die gesundheitsschädigende Wirkung von Zigaretten trägt also offenbar Früchte. Ganz anders sieht es aber wie gesagt beim Alkohol aus. Zwar stagniert der Konsum von Bier, Schnaps und Wein seit 2013, da jüngsten Schätzungen zufolge jedoch jeder Bundesbürger allein 2015 immer noch durchschnittlich 9,6 Liter reinen Alkohols zu sich nahm, sehen die Experten keinen Grund zur Entwarnung. Im internationalen Vergleich schätzten die Jahrbuch-Autoren den Verbrauch in Deutschland als „besonders hoch“ ein.

Quelle: freiepresse.de