Die Ergebnisse einer neuen Untersuchung klären eine alte Frage, die zwischen Cannabis-Befürwortern und Gegnern schon lange grassiert: Was ist eigentlich schädlicher für das Gehirn, der legale Alkohol oder das nahezu noch überall illegale Gras? Die Universität von Boulder Colorado hat eine definitive Antwort auf diese Frage gefunden: Fusel zerstört die wichtigen grauen und weißen Hirnzellen, Marihuana tut das nicht.

Mehr als 850 Menschen zwischen 18 und 35 Jahren fungierten für die Studie als Probanden, dazu 439 Teenager zwischen 14 und 18. Der Alkohol- und Cannabiskonsum der Versuchspersonen wurde im Verlauf von 30 Tagen protokolliert und nach Ablauf dieser Zeitdauer ein Magnetresonanz-Scan ihres Gehirns durchgeführt. Der Studienverantwortliche Professor Kent Hutchison zu den Ergebnissen: „Marihuana mag mögliche negative Auswirkungen haben, doch diese reichen nicht einmal im Ansatz an die negativen Auswirkungen von Alkohol heran.“

Der Professor verleugnete dabei nicht, dass es sehr wohl auch Studien gibt, die auf die Schädlichkeit von Marihuana auf bestimmte Hirnregionen hindeuten, doch diese seien „inkonsistent, was die tatsächlichen Gehirnstrukturen“ betreffe. Soll heißen: Es gibt Untersuchungen, die nachweisen, wie Haschisch das Gehirn auf verschiedene Weisen beeinflusst, doch diese sind so gut wie nicht durch definitive Beweise gestützt, sondern bleiben vage, während die Studie aus Colorado direkte negative Konsequenzen des Alkohols im Vergleich offenbart.

Zahnschäden und niedrigere Cholesterinwerte

Man solle deswegen jedoch nicht gleich seinen Freitagabend-Drink durch einen Joint ersetzen, so Hutchison. Unterstützt werden seine Aussagen von einer Studie aus Neuseeland, die mehrere 1000 Langzeit-Marihuananutzer untersucht und keine langfristigen Auswirkungen auf ihre Gesundheit außer Zahnschäden gefunden hatte. Im Gegenteil: Die Kiffer hatten im Schnitt bessere Cholesterinwerte und einen geringeren Bauchumfang. Eine andere Studie der Medical School von Maryland attestierte dem Marihuana zumindest im Jugendalter gefährliche Konsequenzen:

Demnach hatten Probanden, die in ihrer Jugendzeit regelmäßig und wöchentlich Haschisch konsumiert hatten, eine höhere Wahrscheinlichkeit, Erkrankungen wie Schizophrenie oder Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrome wie ADHS zu entwickeln oder ihren IQ permanent zu reduzieren. Wenn diese unterschiedlichen Studienergebnisse verschiedener Untersuchungen eines belegen, dann wohl, dass wir noch längst nicht alles über Marihuana wissen und die Fronten nach wie vor geteilt sind: Für die einen ist es ein Teufelszeug, für die anderen ein krebsheilendes Wundermittel und Geschenk der Natur. Wie bei allem scheint die Wahrheit mal wieder irgendwo in der Mitte zu liegen.

Quelle: ladbible.com