Kennt ihr den skeptischen Blick einer Frau, der ihr klarzumachen versucht, dass Untersuchungen zufolge Alkohol in gewissen Mengen gut für die Gesundheit ist? Genau diesen Blick müssen auch die Herrschaften der University of Victoria's Centre for Addictions Research in Kanada draufgehabt haben, als sie eben jene Studien unter die Lupe nahmen. Und ähnlich wie bei der Nummer mit den Frauen auch, verdirbt uns das Ergebnis am Ende den Spaß.

Denn den Forschern zufolge enthielten viele der zugrundeliegenden Studien Fehler und waren so aufgebaut, dass sie gesundheitliche Vorteile aufzeigten, wo gar keine sind.

Ein gutes Beispiel ist der häufige Vergleich von mäßigen Trinkern und Abstinenzlern. Da in letztere Kategorie auch Menschen fallen, die wegen einer Krankheit nicht trinken dürfen, haben die gesunden „mäßigen Trinker“ schon mal einen unfairen statistischen Vorteil.

Nachdem diese Verzerrung der Ergebnisse korrigiert wurde, war der angebliche positive Effekt von Alkohol auf ein langes Leben leider nicht mehr zu erkennen. In lediglich 13 von ganzen 87 Studien trat eine solche Verzerrung nicht auf, doch auch diese konnten letzten Endes keinen Beweis für einen gesundheitlichen Nutzen erbringen.

Lediglich die unregelmäßigen Trinker können für sich in Anspruch nehmen, am längsten zu leben. Da unregelmäßig jedoch 'weniger als ein alkoholisches Getränk pro Woche' bedeutet, ist die Alkoholdosis in biologischer Hinsicht wohl kaum ausschlaggebend dafür.