Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, da lebte in einem beschaulichen Dörfchen namens New York ein junger Schürzenjäger namens Julien Chabott. Julien selber hatte, von einer wenig bekannten App namens „Line Snob“ abgesehen, im Leben bislang nicht viel geleistet, aber wozu auch? Immerhin waren seine Eltern recht gut betucht. Und so wuchs Julien wohlbehütet in dem Wissen auf, dass die Welt und alles darin, ihm gehöre und fand schließlich sogar die Liebe.

Stephanie Pratt, so der Name der zierlichen Frau mit güldenem Haar, war im Lande wohlbekannt, unterhielt sie doch einige Jahre zuvor das Volk in einer Reality-Show namens „The Hills“. Da ein Star an seiner Seite jedoch der Trophäen noch nicht genug war, die einem Prinzen wie ihm standesgemäß zustehen, nahm Julien sich auch noch einen Ferrari 458 Spider mit versenkbarem Alu-Hardtop für weit über 200.000 Euro zur Kutsche und blickte stolz über sein vermeintliches Königreich, das Szeneviertel Soho.

Und genau dort begab es sich dann auch, dass Julien sein edles Ross eben mal in der Ladezone vor dem Mercer Hotel abstellte. Schließlich ist das mit Parkplätzen in Soho ja soho eine Sache. Der örtlichen Büttel vom NYPD, Felix Recio, war auf dem Auge für Adelstitel jedoch seit jeher blind und schaute bei Parkvergehen dafür umso genauer hin.

Erwischt!

Auch die nicht vorhandene Fahrzeuguntersuchungsplakette entging dem erfahrenen Officer nicht. Also zückte er seinen Block, um den Halter des Wagens zur Kasse zu beten, was dem junge Bonvivant wiederum vollkommen absurd erschein. Er, ein Bußgeld? Bitte … der Wagen war schließlich schon teuer genug.

In seiner Echauffiertheit über die Unmöglichkeit des Umstandes, ob seiner Taten bestraft zu werden, stieg der Salonlöwe in seine Kutsche, um sich der Situation stilvoll und elegant mit röhrenden V8-Motor zu entziehen. Der Officer war, was das betrifft, indes ganz anderer Meinung und verharrte in seiner Position als Ordnungshüter wie ein Felsen.

Dass damit jedoch nicht einhergeht, aus Stein zu sein, erfuhr Officer Recio quasi auf dem Fuße, als Julien ihm doch tatsächlich kackendreist über eben jenen fuhr … Das ist der Punkt, an dem aus einem Good Cop ein Bad Cop wird. Die Situation eskaliert und Julien lernt auf schmerzhafte Weise und in einer sehr komprimierten Lektion, dass er eben doch nicht alles machen darf, was er will.

Als kurz darauf dann auch schon alles wieder vorbei ist, flipflopt eine erstaunlich gelassene Stephanie Pratt ins Bild, um sich mit den Ordnungshütern zu unterhalten und – sehr viel kleinlauter als ihr Freund zuvor – den widerrechtlich abgestellten Ferrari schließlich vom Hof zu rollen. Kurz darauf trennte sich sie sich von Julien, dem fortan das Licht der Öffentlichkeit verwehrt bleiben sollte.

Quelle: welt.de