Stadt weigert sich, „rassistische“ Straßennamen zu ändern – Der Stadtrat von Sheffield hat verkündet, dass verschiedene Straßennamen, welche mit „rassistischen, gealterten und unangenehmen Aussagen“ verbunden seien, nach eingehender Prüfung nicht geändert werden. Zuletzt hatte die „BBC“ nach den Demonstrationen und Ausschreitungen nach dem Tod George Floyds berichtet, dass der Stadtrat eine Prüfung einleiten werde.

Seinerzeit war während der Unruhen unter anderem auch eine Statue eines Mannes namens Edward Colston von „Black Lives Matter“-Protestierenden in der Stadt Bristol umgerissen worden. Colston war ein Kaufmann und Politiker aus dem 17. Jahrhundert, der an der Versklavung Zehntausender Menschen beteiligt war und Sklavenhandel getrieben hatte. Nach den Protesten in vielen Landesteilen hatte sich auch der Stadtrat von Sheffield mit Straßennamen beschäftigt, die als fragwürdig erachtet wurden.

Mehrere Gremien waren an der Sichtung der Untersuchungsberichte beteiligt:

Neben dem Stadtrat von Sheffield waren das die Museen der Stadt, zwei städtische Universitäten sowie der örtliche demokratische Informationsdienst. Die Überprüfung wurde dieser Kommission vorgelegt. Insbesondere waren Straßen in Augenschein genommen worden, welche nach Personen benannt waren, die seinerzeit von Colstons Sklavenhandel profitiert hatten: darunter die Canning Street, Cannon Hall Road, Dundas Road und Havelock Street.

Die Prüfung zeigte jedoch keine hinreichenden Beweise, um den Rat zu einer Namensänderung zu bewegen. Hingegen wurde offenbar, dass sich bei den rund 100 Monumenten Sheffields ein Mangel an „Diversität“ gezeigt hatte – nicht ein Standbild war nichtweißen Personen gewidmet. In einem Kommentar des Rates zu den Ergebnissen der Untersuchung heißt es: „Wir erkennen dieses starke Gefühl an und haben derzeit nicht die Absicht, bestehende Straßennamen zu ändern oder Statuen zu entfernen.“

Weiter betonte man:

„Der Bericht über Statuen und Straßennamen ist nur ein Teil der umfassenderen Maßnahmen des Stadtrats zur Gestaltung der Stadt und ihrer Orte, Räume und Gemeinschaften, welche die Stadt ausmachen. Der Bericht der Kommission für Ethnische Gleichbehandlung wird 2022 veröffentlicht, und wir werden auf seine Empfehlungen reagieren. Der Stadtrat hat außerdem vor kurzem lokale Gebietsausschüsse eingerichtet, die neue Arbeitsweisen mit einem viel stärkeren lokalen Fokus ermöglichen werden.“

Den Vorsitz der Kommission hatte der emeritierte Professor Kevin Hylton von der Leeds Beckett University inne. Neben den Straßennamen untersuchte die Kommission auch Themen wie Wirtschaft und Beschäftigung, bürgerliches Leben und Gemeinschaften, Kriminalität und Justiz, Bildung, Gesundheit, Sport und Kultur auf ihre Diversität hin.

Auf der Webseite der Kommission heißt es:

„Die Kommission hat eine Reihe von schriftlichen und mündlichen Stellungnahmen von Organisationen und Einzelpersonen aus Sheffield und anderen Städten geprüft. Sie hat untersucht, was nach Ansicht der Menschen zur Bekämpfung von Rassismus und rassistischen Ungleichheiten in der Stadt beitragen könnte. Die Anhörungen zu den einzelnen Themen fanden zwischen Mai und Juli 2021 statt. Der Abschlussbericht und die vollständigen Empfehlungen der Kommission werden im Jahr 2022 veröffentlicht.“

Quelle: ladbible.com