Da nützt auch kein Giftstachel: Skorpion gerät an Treiberameisen – Je nachdem, wo man sich befindet, können Tierschwärme eine faszinierende Sache sein. Etwas, das man mit einer Mischung aus Vergnügen und Sprachlosigkeit dabei beobachtet, wie es sich wie ein einziges Lebewesen verhält, wobei teils tausende Fische oder Vögel im perfekten Gleichklang Manöver vollführen. Ist man allerdings ein kleiner Dschungelbewohner und auf Augenhöhe mit einem Schwarm Treiberameisen, ist man nur eines: so richtig am Allerwertesten.

Ein größerer Skorpion mag es gewohnt sein, sich auch größere Räuber dank Giftstachel und starker Greifscheren vom Leib halten oder sich Beutetiere wie Kleinsäuger, etwa Mäuse, vorknöpfen zu können. Kleinere Skorpione, wie das Exemplar aus diesem Video, verlassen sich noch stärker auf ihr Gift – im Vergleich zu manchen Insekten sind diese Spinnentiere aber immer noch groß. Man nehme nur staatenbildende Insekten wie Wespen oder Ameisen. Die muss das Spinnentier jedoch fürchten.

In diesem Fall: Ostafrikanische Treiberameisen

Eine Ameisenart, um die sich unzählige Mythen ranken und deren südamerikanischer Variante man sogar Tierhorrorfilme wie „Marabunta – Killerameisen greifen an“ gewidmet hat. Wie es heißt, fressen sie alles, was sich in ihren Weg stellt. Auch Menschen, Babys etwa, sollen dran glauben müssen. Ein Mythos, wie das Video erläutert. Tatsache ist: Sie bilden einige der faszinierendsten Insektenstaaten unseres Planeten, sind hochmobil und formen lebendige Brücken, Nester und sogar Tunnelstrecken mit ihren Körpern:

Indem unzählige Soldaten für die Arbeiterinnen mit nach außen gestreckten Beißwerkzeugen allem, was lebt, nur eines signalisieren: „Haltet euch fern, oder es wird hässlich.“ Man spricht nicht grundlos auch von „Heeresameisen“, ihre Beutezüge finden immer wieder und je nach Regenzeiten und anderen teils weniger erforschten Bedingungen statt und wechseln sich mit einer eher stationären, sesshaften Lebensweise ab. Zieht die Armee jedoch erst einmal, dann geht ihnen das meiste, was Dschungel und Savannen bewohnt, aus dem Weg.

Wer zu langsam (und klein genug ist) ist, hat Pech gehabt:

Zumindest, wenn solche Arten, die auch über der Erde jagen und deren Zangen stark genug für bestimmte Beutetiere sind, unterwegs sind. Die Treiberameisen bekommen aber vor allem verschiedene Jungtiere, Gliedertiere und Würmer zu packen – praktisch alles, was nicht schnell oder mobil genug ist, ihnen zu entrinnen. Diese Erfahrung muss auch der besagte Skorpion in diesem Ausschnitt der „BBC“-Doku „Superswarm“ machen.

Er gerät an einen der wehrhaften Heereszüge – und hat Pech: Denn Jäger, deren Beißzangen sich selbst durch (für ihrer Verhältnisse) dicke menschliche Haut säbeln können, machen mit einem Gliedertier und den Zwischenräumen in dessen Panzerung kurzen Prozess. Da nützt auch kein Giftstachel. Der Skorpion endet als eines von 100.000 Gliedertier-Opfern, die bei jedem Heereszug im Schnitt erbeutet werden, wie die Doku erläutert.