Sorge vor Rassismus-Vorwürfen: Verkehrsbetriebe verbannen das Wort „Schwarzfahren“ – Die Angst, im Zuge eines Shitstorm seinen guten Ruf zu verlieren, ist dieser Tage groß. Ein falsches Wort genügt, und Zorn und Empörung brechen sich in den sozialen Medien Bahn. Um keine Angriffsfläche für etwaige Vorwürfe zu bieten, reagieren einige Unternehmen mittlerweile schon präventiv. So auch die Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG).

Dort tauschte man vorsorglich und systematisch sämtliche Plakate in der Stadt aus, auf denen das Wort „Schwarzfahren“ zu sehen ist. Denn dies könnte angeblich als rassistisch gedeutet werden.

Auf eine Anfrage der „Bild“ hin erklärte die MVG, dass es sich dabei um eine „Maßnahme für eine zeitgemäßere Kommunikation“ handle.

Aus „Schwarzfahren kostet 60 Euro!“ wird „Ehrlich fährt am längsten“

Auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) findet ein Umdenken in der internen und externen Kommunikation statt. Um nicht in Rassismus-Verdacht zu geraten, hat man das Wort „Schwarzfahren“ gestrichen, nachdem im Berlin von Seiten des Senats 2020 ein sogenanntes „Diversity-Programm“ beschlossen wurde.

Wie die BVG der „Bild“ bestätigte, spricht man dort nur noch von „Fahren ohne gültigen Fahrschein“

Dabei hat das Wort „Schwarzfahren“ keinen rassistischen Hintergrund. Gegenüber der Münchener Abendzeitung erklärte Sprachwissenschaftler Eric Fuß, dass sich die Bezeichnung aus dem jiddischen Wort „shvarts“ (Armut) ableitet. Von daher bezieht es sich auf Menschen, die sich kein Ticket leisten können, und nicht auf die Hautfarbe.

Seltsamerweise betont der BVG zu wissen, dass der Ausdruck „nichts mit Rassismus zu tun“ habe, man aber trotzdem die „Diversity“-Vorgaben des Senats einzuhalten gedenke.

Von Seiten der Politik findet CSU-Abgeordneter Peter Ramsauer klare Worte: „Als ehemaliger Verkehrsminister kann ich nur noch den Kopf schütteln. Die haben doch alle einen Knall!“

Quelle: bild.de