Wie viele Industrieländer sieht sich Großbritannien mit zunehmendem Übergewicht seiner Bürger konfrontiert. Englische Politiker planen daher, eine Steuer auf Limonaden und Softdrinks zu erheben, die für die Gewichtszunahme mitverantwortlich gemacht werden. Ein Modell, das bei Alkohol und Zigaretten seit langem Früchte trägt.

Laut Studien sind ein Viertel aller britischen Erwachsenen schwer fettleibig, ebenso wie 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Gerade mal 30 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen in Großbritannien fallen mit ihrem Body Mass Index (BMI) noch unter „normalgewichtig). Dies liegt an einem mit dem Essverhalten einhergehenden Kontrollverlust, an genetischen Umständen und daran, dass der Anblick schwer Übergewichtiger alltäglicher wird. Menschen mit dicken Bekannten und Freunden tendieren zu einem höheren Risiko, selbst dickleibig zu werden.

Finanzminister Osborne und die Regierung machen für diesen Fetttrend unter anderem die Softdrink-Hersteller mitverantwortlich. Diese sollen daher in Zukunft eine Steuer für Getränke entrichten, die mehr als fünf Gramm Zucker pro hundert Milliliter Flüssigkeit enthalten – je süßer die Limonade, desto höher liegt der Steuersatz.

Auch für Deutschland sinnvoll?

Selbstverständlich stößt ein solcher Ansatz bei den Getränkeherstellern auf wenig Gegenliebe. Umsatzeinbußen wären die Folge, wenn die Steuer in höheren Preisen direkt auf den Endkunden umgelegt werden müsste. Laut den Kritikern würde ein solches Vorgehen nicht nur Arbeitsplätze gefährden, sondern einkommensschwachen Haushalten eine weitere Steuer aufbürden. Gesundheitsexperten nehmen an, dass viele Menschen wegen einer solchen Steuer auf Fruchtsäfte umsteigen würden – gepresste Säfte aus der Packung enthalten jedoch ebenfalls (Frucht)Zucker, der im Übermaß schädlich sei.

Die „Royal Society of Public Health“ halt die Steuer für einen Anfang, keinen umfassenden Schritt. Wenn es nach der Gesellschaft geht, sollten alle Arten von Fett- und Zuckerfallen wie etwa Fastfood besteuert werden. Ein Schritt, der in Deutschland ebenfalls Sinn machen könnte? Denn hierzulande ist nur noch eine Minderheit normalgewichtig – dies stellte die „Deutsche Adipositas Gesellschaft“ (DAG) fest.

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Quelle: codecheck.info