Der Jahreswechsel rückt mit Riesenschritten näher. Die Silvesternacht ist auch dieses Jahr wieder Thema hitziger Debatten. Die einen lieben ihr Feuerwerk, andere können damit nichts anfangen. Mehr und mehr Städte denken darüber nach, Böllerverbote auszusprechen – aus diversen Gründen. In einigen greifen solche Regelungen bereits, andere ziehen dieses Jahr nach.

Auch europaweit ist das ganze ein Thema, in Paris oder London etwa. Das abgebrannte Feuerwerk setzt vielen EU-Bürgern und Organisationen zu viel Feinstaub frei, der zum Verkehrs-Staub hinzukommt. 4500 Tonnen sind es, 15,5 Prozent des restlichen Jahreswertes des Straßenverkehrs. 100–150 Millionen Euro brennen die Deutschen zwischen den Jahren ab. Hinzu kommen Kosten und Gerichtsaufwand für Sachschäden.

Das Feuerwerk aus den Innenstädten verlagern?

Auch verschiedene Formen von Körperverletzung und Belästigung werden jedes Jahr registriert, auch Todesfälle oder sogar Angriffe auf Kinder und Babys mit Raketen und Böllern. Nicht nur Behörden und Organisationen warnen vor solchen Entwicklungen, auch viele Privatleute organisieren sich mittlerweile in den sozialen Medien zu Gruppen, die ein böllerfreies Silvester möchten. Die Deutsche Umwelthilfe sähe hingegen gerne, wenn das Feuerwerk die Innenstädte verlassen würde.

Professionelle Feuerwerke mit weniger Feinstaubbelastung in weniger sensiblen Zonen, so lautet für sie das Schlüsselwort. Manche Privatpersonen stellen auch Anträge an den Gesetzgeber, dass Feuerwerk endlich ganz zu verbieten. Denen, die es lieben, schmeckt so etwas natürlich nicht. Doch die Feuerwerksgegner mehren sich scheinbar. Allerdings ist das Abbrennen zu Silvester bundesgesetzlich erlaubt und kann nicht einfach abgeschafft werden.

„Industrie: Solche Pläne schießen über das Ziel hinaus“

Die pyrotechnische Industrie beklagt ebenfalls die geforderten Verbote von Feuerwerk, solche Entwicklungen schössen am Ziel vorbei und träfen die, die einfach nur friedlich feiern wollten, heißt es seitens des Branchenverbandes VPI. Bislang gibt es also kein Generelles Feuerwerkverbot, wohl aber lokal begrenzte Zonen im städtischen Bereich. Im Folgenden findet ihr eine (nicht vollständige!) Auflistung, welche Städte etwa betroffen sind:

  • Bremen: Auf dem Marktplatz wird nichts abgebrannt, um das historische Rathaus zu schützen. Ein Gelände am Jonaplatz ist ebenso tabu.
  • Celle, Goslar, Hameln, Hildesheim, Lüneburg, Quedlinburg, Straubing, Tübingen und Wolfenbüttel: auch hier gilt Feuerwerksverbot in den Altstätten, um historische Bauwerke zu schützen.
  • in Dortmund werden verschiedene Regelungen für ein Feuerwerksverbot greifen, die die Stadt zwischen den Feiertagen bekannt geben möchte.
  • zwischen 20:00 Uhr am 31. Dezember und 20.00 Uhr am 1. Januar sind Böller in der Düsseldorfer Altstadt verboten.
  • durchgängig von 21.00 Uhr bis 3.00 Uhr morgens gilt das gleiche für den Eisernen Steg in Frankfurt am Main.
  • aus Brandschutzgründen herrscht in der ganzen Innenstadt von Göttingen Feuerwerksverbot.
  • Hannover: Hier herrscht zum ersten Mal Böllerverbot in einem Teil der Innenstadt. Lediglich Wunderkerzen und Knallerbsen dürft ihr mitbringen.
  • im Umfeld des Kölner Doms herrscht ebenso Böllerverbot wie in Teilen der Marzellenstraße und der Komödienstraße. Dort darf zwischen 22.00 und 2.00 Uhr kein Feuerwerk abgebrannt werden.
  • In der Lüneburger Altstadt wird von Polizisten und Mitarbeitern das Ordnungsamtes in der Silvesternacht das Feuerwerksverbot konsequent durchgesetzt.
  • Auch auf einigen Ostfriesischen Inseln herrscht wegen historischer Gebäude Böllerverbot, etwa auf Sylt, Föhr und Amrum.

Viele weitere deutsche Städte setzen solche Verbote in der Nähe historischer Bauten und Altstadt-Bezirke sowie Altenheimen, Kinder- und Tierheimen durch. Solltet ihr eure Heimatstadt nicht in dieser Liste entdecken, ist das kein Freifahrtschein zum Knallen. Ihr solltet euch vor Ort informieren, wo Feuerwerksverbote herrschen.

Quelle: morgenpost.de