Stellt euch vor, ihr wärt ein Polizeibeamter, der nur seinen Job macht. Ein Mann (in diesem besonderen Fall, werte Damen, geht es nur um männliche Polizisten), der geschworen hat, Recht und Gesetz zu verteidigen, notfalls unter Einsatz des eigenen Lebens. Habt ihr euch in diese Lage versetzt? Gut.

Dann stellt euch nun vor, ihr würdet eine junge Frau befragen, weil ihr sie Schlangenlinien fahren seht und ihren Alkoholspiegel prüfen wollt. Es ergibt sich: Madame ist betrunken – sie verleugnet jedoch den Alkoholkonsum und behauptet frech, unter einem Sprachfehler zu leiden, um ihrer Strafe zu entgehen. Die Folge? Ab mit ihr aufs Revier zur Atemuntersuchung.

Diese nicht wirklich ungewöhnliche Szene aus dem Polizeialltag trug sich in Albuquerque (New Mexico, USA) so zu – bis auf einen feinen, doch umso gravierenderen Unterschied: Denn auf dem Revier verzog sich die Verdächtige erst mal aufs Klo, angeblich, um zu pinkeln. In Wahrheit aber hatte sie ihr Smartphone im BH mit dort hineingeschmuggelt – und fragt den Gesprächspartner kackendreist, wie sie den Cop wegen sexueller Belästigung drankriegen könne: „Wie kann ich diesem Polizisten am besten Schaden zufügen?“, so der Wortlaut, der durch die Toilettentür drang.

Als der Betroffene, Officer Jared Frazier, sie darüber in Kenntnis setzte, dass sie durch die Nutzung ihres Telefons in einer Verhaftungssituation gegen geltendes Recht verstoße und sie anwies, die Toilette zu verlassen, wurde es hässlich. Die Verdächtige zeigte ihr wahres Gesicht: Sie begann, Frazier sexueller Übergriffe zu beschuldigen und verlangte medizinische Versorgung, um zu bestätigen, dass er sich an ihr vergangen habe.  

Ihr lest richtig: einen Polizisten, der nur seine Pflicht tat und dem durch solch ein Verhalten üble Konsequenzen hätten blühen können. Hätten: Denn pflichtbewusst, wie Officer Frazier ist, ließ er während der gesamten Situation die ganze Zeit über die Reverskameras an seiner Uniform eingeschaltet, die seine Unschuld lückenlos nachwies.

Das gedankenlose und törichte Verhalten der Verdächtigen wird übrigens nicht als Falschaussage bestraft. Denn das Police Department von Albuquerque möchte die Opfer echter Sexualgewalt nicht davon abhalten, diese aus Angst vor genau so einer Situation nicht bei der Polizei vorzubringen. Man will nicht, dass sich die Opfer einem Polizisten gegenüber machtlos fühlen, weil ihr Leid als Falschaussage abgestraft wird.  

Auch wenn wir so eine weise Entscheidung begrüßen, so finden wir hier in der Redaktion: So kommt eine Missetäterin, die ihre hart erkämpften Rechte zum Schutz vor Sexualdelikten gegen Frauen schamlos missbraucht, viel zu leicht davon. Und macht es zugleich den echten Opfern solch bestialischer Taten noch schwerer, ernstgenommen zu werden, wenn sie Hilfe benötigen. Ganz zu schweigen davon, dass sie zudem beinahe das Leben eines unbescholtenen Mannes wortwörtlich im Klo runtergespült hätte.
                             

Quelle: TheBlaze