Denkt man an die typischen Aufführungen einer dieser amerikanischen Highschool-Musical-Gruppen, muss man aufpassen, dass man nicht erstickt, weil man versehentlich Gähnen mit Kotzen verwechselt hat. Wobei aber auch das in den meisten Fällen gnädiger wäre, als sich die sicherlich gut gemeinte aber meist dann doch eher stümperhafte Darbietung bis zum Ende reinzuziehen. Ihr seht schon, der Autor dieser Zeilen kann dem Thema generell eher wenig abgewinnen, aber die endcoole Aufführung, über die wir nun berichten, hätte er sich tatsächlich äußerst gerne reingezogen.

Anstatt auf dem immer gleichen Disney-Schmalz über die Bühne zu rutschen oder das Publikum mit Geschichten einzuschläfern, die es schon eine Millionen Mal gesehen hat, nahm man sich an der North Bergen High School in New Jersey mutig eines Themas an, welches zumindest auf der Theaterbühne noch erfrischend unverbraucht ist: Ridley Scotts klaustrophobischer Scifi-Klassiker „Alien“!

Die Lehrer Perfecto Cuervo (Englisch) und Steven Defendini (Kunst), welche die Theater-gruppe der Schule betreuen, hatten schon im Jahr zuvor mit einer Umsetzung des Rome-ro-Streifens „Night of the Living Dead“ regional von sich Reden gemacht. Mit „Alien: The Play“ ging das Theaterprojekt der Schule dann aber verdient viral, zumal die Beteiligten mit nur wenig Geld und kreativ recycelten Alltags-Materialien sämtliche Sets und Kostüme selbst gebastelt haben und die Aufführung an sich vollends zu überzeugen wusste. Im Vorfeld wurde sogar ein Trailer veröffentlicht. 

Ridley Scott hatte seinerzeit über zehn Millionen Dollar Budget und eine professionelle Crew zur Verfügung. Cuervo und Defendini kamen rund 40 Jahre später mit unter 3.500 Dollar und insgesamt elf Schülern aus. Das verdient Respekt und so schrieb Scott auch höchstpersönlich ein Gratulationsschreiben an die Theatergruppe und selbst Sigourney Weaver, welche die Hauptrolle der Ellen Ripley in den Alien-Streifen spielte, war in einer Video-Botschaft voll des Lobes.

Tja, da fragt man sich unweigerlich, warum man nicht auch so arschcoole Lehrer gehabt hat, nicht wahr?!

Quelle: nytimes.com