Wenn ihr eine „Worst Ten“-Liste aufstellen müsstet, wer euch im Leben von eurer Verwandtschaft am meisten anstrengt, wer wäre dann ganz weit vorne? Vor allem weibliche Verwandte? Das ist keinesfalls ungewöhnlich, wie eine neue Studie offenbart. Denn demnach gehen diese weiblichen Anverwandten anderen Menschen am meisten auf den Zeiger – und zwar unabhängig von Geschlecht und Alter.

Die Wissenschaftler um die Soziologen Claude Fischer von der University of California sowie Shira Offer von der Bar-Ilan-Universität Israel strengten ihre Untersuchung mit 1100 Teilnehmern an. Sie wollten wissen: Welche Familienmitglieder stressen und nerven am meisten, wer sind die größten Kontrollfreaks, wer nörgelt? Das eindeutige Fazit der Umfrage, die sie im „American Sociological Review“ veröffentlichten: Niemand ist diesbezüglich schlimmer als weibliche Verwandte. Dies empfanden jedoch nicht nur Männer so.

Sowohl jungen als auch älteren Menschen geht die weibliche Verwandtschaft gehörig auf den Keks – und da die Hälfte der Befragten aus Frauen besteht, herrscht auch geschlechtertechnisch kein Ungleichgewicht: Auch Frauen sind von anderen Damen in ihrer Sippschaft am meisten genervt. 30 Prozent der Teilnehmer in den 20ern empfanden ihre Schwestern als am schlimmsten, 27 Prozent ihre Ehefrauen. Auf die Mütter entfielen immerhin noch 24 Prozent. Männliche Verwandte, Partner oder WG-Genossen folgten bei dieser Bewertung erst deutlich später. Beinahe 16 Prozent der jungen Befragten klassifizierten ihre Beziehungen zu anderen Menschen als „problematisch“. 

Menschen ab 50 sehen die Sache entspannter, sie sprachen nur von acht Prozent ihrer Mitmenschen und Kontaktpersonen als „schwierig“. Doch auch hier ansonsten ein deutliches Bild: Schafft man es, Leute über 50 zur Weißglut zur bringen, so sind Mütter mit 29 Prozent und Partnerinnen mit 28 Prozent als Stressfaktor weit vorne. Auf Väter und Mitbewohner entfielen hingegen 24 Prozent.

Quelle: bild.de