Schulschließungen: Unterricht im Freien als Alternative in Corona-Krise – Die Pandemie hat in den vergangen Monaten für einschneidende Folgen im Schulwesen gesorgt. Nachdem die Schulen schließen mussten und dann wieder öffneten, drohen bei steigenden Inzidenzen nun abermals Schließungen der Bildungseinrichtungen. Um dies zu vermeiden, schlagen mehrere Politiker vor, den Unterricht ins Freie zu verlegen.

Das Lernen im Freien wird seit der Corona-Krise bereits in mehreren Ländern erfolgreich angewandt. Da es in den kommenden Wochen wärmer wird, wäre es durchaus machbar, dass Kinder und Jugendliche raus aus den Klassenzimmern gehen und draußen unterrichtet werden. Daher fordern Politiker mehrerer Fraktionen, dass wenn Schulschließungen aufgrund des geänderten Infektionsschutzgesetzes drohen, Schüler und Schülerinnen an der frischen Luft unterrichtet werden.

So sagte Marcus Weinberg, seines Zeichens familienpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, gegenüber der Bild: „Unterricht im Freien oder die weitere Reduzierung der Lerngruppengrößen sind zu durchdenken, bevor Schulen geschlossen werden. […] Ab Juni beginnt zudem die Ferienphase. Es wäre eine Katastrophe, wenn möglicherweise bis Mitte August die Kinder keine Kita oder Schule mehr besuchen könnten.“

Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Katja Suding schlug gegenüber Bild in eine ähnliche Kerbe: „Ich unterstütze alle sinnvollen Maßnahmen, die Unterricht in Präsenz wieder möglich machen.“ Auch   die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas zog mit und sagte:

„Durch die Wissenschaft ist belegt, dass Aktivitäten unter freiem Himmel sicherer sind als in geschlossenen Räumen. Daher klingt die Möglichkeit, Schulunterricht im Freien möglich zu machen, erst mal gut und wird von manchen Schulen bei gutem Wetter auch spontan genutzt.“ Der nächste Politiker, der sich gegenüber der „Bild“ positiv zum Unterricht im Freien äußerte, ist der Grünenabgeordnete Janosch Dahmen:

„Unterricht im Freien oder Exkursionen in Parks und Wäldern sind bei sinkender Inzidenz dann ein sehr pragmatischer und sinnvoller Schritt von Öffnungen.“

Aktuell droht Schulen bei einem Inzidenzwert von 200 die Rückkehr zum Distanzunterricht. Das Gesetz dazu soll am kommenden Mittwoch im Bundestag sowie am Donnerstag im Bundesrat beschlossen werden.

Quelle: spiegel.de